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multikulti in berlin

Posted on : 31-01-2010 | By : paule | In : bildung, on tour, uni

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ich glaube, bei meiner letzten exkursion, die ich für mein studium gebraucht hab, kamen leicht melancholische gefühle auf. die letzte exkursion, das letzte mal klassenfahrt-feeling mit der gestrengen frau lehrerin, heimlich biertrinken in jugendherbergen, gemecker über frühes aufstehen, langes laufen, viele treppen in museen, langweilige ausstellungen… das gehört ja alles dazu. außerdem traute eintracht und schöne gespräche in den mädelszimmern von stockbett zu stockbett, jhb-tee und -frühstück und natürlich bettbeziehen und gruppenduschen. achja, das waren zeiten, die mich durch schule und studium begleitet haben. und im mai 2007 war dann alles vorbei, alle exkursionstage zusammen, nur noch magisterarbeit und -prüfung und dann sollte mich das exkursionspflichtfreie leben haben!

und so kam das leben der freiwilligen exkursionen! vom 27.-30.1. weilten der mac und meinereiner als fachfremder bzw. nichtmehrstudent im rahmen der exkursion “visuelle erkundungen” in berlin, zusammen mit 12 13 14 einer mittleren gruppe studierender der europäischen ethnologie, fast alle teilnehmer des dazugehörigen seminars. darauf gekommen sind wir durch den mailaufruf, wer denn teilnehmen wollen, des macs interesse für fotographie und fachfremde inhalte und meine sehnsucht nach klassenfahrt-feeling mit der gestrengen frau lehrerin etc. s.o.

die wetteraussichten verhießen nix gutes, die tage vor unserer ankunft waren geprägt von schneefall und zweistelligen temperaturen im minusbereich. aber mit unserer ankunft sollte es besser werden. sollte. der erste tag, der von zwei outdoor-ausstellungen (checkpoint charlie, straßenausstellung und “topographie des terrors“) geprägt war, war scheißschweinekalt. unglaublich. ca. -15°, schneesturm in da face und stundenlanges laufen und stehen auf schnee bzw. harsch brachten so ziemlich jeden an seine grenzen. anschließend ging es zum glück zum aufwärmen in das infogebäude der terrorausstelung sowie den martin-gropius-bau zur ausstellung des fotografischen werks f.c. gundlachs (der für mich immer noch klingt wie ein fränkischer kreisklassefußballverein).

am zweiten tag fand zum glück alles drinnen statt: zuerst eine einführung in die archivalische und anthropologische arbeit mit fotos in den verwaltungsräumen des museums europäischer kulturen (u.a. mit irene ziehe, die mir während meiner magisterprüfungsvorbereitung als mitherausgeberin diverser bücher über visuelle anthropologie immer wieder begegnete). anschließend durften wir uns selbst an fotos des berühmten topinamburzüchters g.a. küppers versuchen, der in den 30er jahren fotografierend durch den balkan reiste. etwas langatmig aber doch interessant. der für mich uninteressanteste (und durch übermüdung, sauerstoffmangel oder was auch immer hysterischste) teil kam anschließend: ein vortrag von einer ethnomusikologin über die tonaufnahmen besagten küppers auf dem balkan vor 80 jahren. klang leider genauso schräg, wie man sich das vorstellt. gruselig. aber es war faszinierend, dass zwei frauen, die am selben typen dran sind (küppers), für das selbe museum arbeiten und nur durch zwei querstraßen voneinander getrennt sind erst durch uns merken, was für interessante unterlagen die andere hat, die man ja uuuunbedingt mal anschauen müsse. kommunikationsdefizit, ganz klar. durchs restliche ethnologsche museum mussten wir leider ziemlich hetzen, um noch schnell eine werkstattausstellung zu döner, dienste und design im keller des museums anzuschauen. anschließend haben der mac und ich die unentwegten gespielt und uns noch alex, alexa (inkl. döner, bzw. falafel, muss ja sein), reichstagskuppel (von unten) und brandenburgertor bei nacht angeschaut. sehr schön, stimmungsvoll, kalt. tag geschafft.

der dritte tag war NOCH voller, anstrengender und kräftezehrender (und kälter, nasser, voller schnee). nach outdoor alex, ausstellung über 20 jahre mauerfall, bernauer straße “gedenkstätte berliner mauer” ging es nach kreuzberg ins museum kreuzberg und die ausstellung “baustelle identität” von französischen und deutschen jugendlichen. nennen wir es abstrakt, aber dazu hab ich einfach keinen zugang gefunden. kann aber auch am superleckeren und supervielen mittagessen beim inder liegen, das noch in meinem bauch gerarbeitet hat. passend zu dieser ausstellung gab es schließlich die optisch krass gegensätzliche ausstellung “fremde? bilder von den “anderen” in deutschland und frankreich seit 1871” im deutschen historischen museum. viele propaganda-bilder aus diversen krisen, die das feindbild des jeweils anderen schüren sollten, aber auch propaganda-spielzeug und natürlich die “jud-süß”-filme etc. nach einem so langen tag war das einfach mal wieder zuviel zu schauen, aber auch zuviel für eine führung, die leider in sehr kurzer zeit (1 std.) durchgezogen werden musste. zeit, um selber noch mal durchzugehen war auch nicht, da noch eine buchpräsentation in den räumen des bulgarischen kulturinstituts anstand. die fotos waren ganz schön, wenn auch nicht ethnographisch, wie wir anmerken müssen, die botschaftsrätin hat auf mich (und andere) leider keinen sonderlich professionellen eindruck gemacht. um halb neun war dieser tag dann auch endlich vorbei und um halb elf bekamen wir im american diner dann auch endlich wieder was zu essen (die spare-ribs mussten erst noch geschossen werden, sonst hätten wir wohl ne stunde vorher unser essen bekommen). schöner ausklang, paar schöne fotos (wenn auch zu wenig für den mac) und schöne eindrücke bleiben, schmerzende füße und rücken sowie ne leichte erkältung allerdings auch. war ne gute entscheidung, da mitzufahren. fotos sollten auch irgendwann folgen.

striezlmarkt, stollen, schnee, schön

Posted on : 14-12-2009 | By : paule | In : on tour, weihnachten

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der mac und ich hatten uns vor weihnachten noch ne kleine auszeit in dresden gegönnt und obwohl so ziemlich fast alles schief gegangen ist, was hätte scheitern können, war es ein sehr schönes wochenende (was wohl daran liegt, dass meine stimmung von “gnaaaa!” zu “ohjaaaa” wechselt, kaum dass ich weihnachtslieder hör oder paar schneeflöckchen fallen).

dresden ist wirklich ne sehenswerte stadt – im winter allerdings vor allem nachts. da strahlt die stadt vor lichterketten, weihnachtsmärkten und beleuchtet sehen alle gebäude (zwinger, oper, yenidze) gleich nochmal so prächtig aus. die zigarettenfabrik yenidze find ich großartig, beim nächsten besuch (im sommer dann mal) möcht ich gern dort oben unter der kuppel speisen. fotos gibt’s dann wohl bald sicher beim mac, ich bin grad bissi zu faul beschäftigt, um die auszusortiere und klein zu machen ;)

obwohl ich mir dresden und striezelmarkt im schnee soo gewünscht hatte, bin ich doch froh, dass es nur von samstag auf sonntag geschneit hat. die wenigen stunden auf nasskaltem boden bei minusgraden haben mich völlig durchkühlt. am samstag war es zwar auch schon schweinekalt, aber dank glühwein (wieso gibt es hier in bamberg noch keinen pflaumenglühwein???), tee und einer reizenden prager bierstube wurde es doch immer wieder warm um’s herzerl und in händen und füßen.

der besuch in schloss moritzburg war auch zwiespältig. sonderausstellung über “drei haselnüsse für aschenbrödel” – hurrah! allerdings ne stunde dafür in der arschenskälte dieses schlosses anstehen, um dann in 7,5 min durch die paar räume mit nachgebildeten kostümen geschoben zu werden? nunja. dafür foto auf DER TREPPE gemacht und hübsch war’s ja auch. aber kalt. das karl may museum in radebeul dagegen war wirklich reizend. sehr umfangreiche sammlung indianischer kult- und alltagsgegenstände sowie das wohnhaus von herrn may. sollte ich wohl doch mal lesen und mich nicht auf die kenntnis einiger winnetoufilme von früher berufen.

die heimfahrt ging – dank adventskalendergutschein – für mich sehr entspannt voran :) kurz vor bamberg kamen wir noch an einem recht großen unfall vorbei, der erst kurz vor uns passiert sein dürfte und bei dem schrecklicherweise ein ehepaar um’s leben kam. hätten wir bissi kürzer pausiert und wär mein mantel nicht in der tür eingeklemmt gewesen, was uns zu ner kurzen ausfahrt genötigt hat… nicht drüber nachdenken.

ich hoffe, meine geneigte leserschaft kann sich auch noch paar entspannte tage vor der stressigen staden zeit gönnen.

weihnachtstheme

Posted on : 29-11-2009 | By : paule | In : blog, fernsehen, heimelig, on tour, weihnachten

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muss sein. ist ja zeitlich begrenzt. möglicherweise ändert es sich in den nächsten tagen auch noch hin und wieder. aber nachdem seit gestern abend, ziemlich genau 21:10, meine weihnachtsstimmung endlich da ist, muss alles passen :) lichterketten hängen auch schon, erste adventskerze wurde – nach anlaufschwierigkeiten – auch schon entflammt.
wir waren gestern aus gegebenem anlass lecker essen (indisch im swarg, sehr gschmackig und viiieeel!!) und anschließend noch auf einen “grünen” aufm “glühweinmarkt”. und da kam sie endlich, die stimmung. es war dunkel, dank verdauungskälte hab ich schön gefroren, überall war glühweinduft und festliche illumination. heut mittag hab ich zum ersten mal dieses jahr (eigentlich zum ersten mal seit zwei jahren – letztes jahr war schändlicherweise [trotz dvd!] ganz ohne) “drei haselnüsse für aschenbrödel” gesehen und die mischung aus der grandiosen filmmusik, den kostümen und dem schnee versetzte mich gute 20 jahre zurück in die vorweihnachtszeit als ich noch an’s christkind glaubte. achja. grandioserweise wurde der film ja rund um schloss moritzburg bei dresden gedreht und wer fährt in zwei wochen nach dresden? oh man, wenn’s dann vielleicht auch noch schneien würde…hach!

frohen ersten advent euch allen!

striezel, stollen, schnee?!

Posted on : 22-10-2009 | By : paule | In : leben mit mann, on tour, weihnachten

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ich hab grad das hotel für ein hoffentlich großartiges adventliches wochenende in dresden gebucht. auf die idee bin ich in der tat über foxis letzten blogpost gekommen, auch seine hotelempfehlung ist es geworden. (diesmal echt hotel!) da ich dresden bisher nur aus dem zugfenster heraus kenne, bin ich wirklich gespannt, was die stadt in der vorweihnachtszeit zu bieten hat. und ich bin mir sicher, dass das VIEL sein wird! und ich freu mich schon gar sehr, da ich weihnachtsmärkte, weihnachtsdüfte, glühweinbuden, kokosmakronen und hoffentlich leisen, leichten, fluffigen schneefall liebe!

vom 11. bis 13.12. ist es soweit, also doch noch genau 50 tage (ich liebe meine “days until…”-app ;) ). doch da vorher nichts wirklich unangenehmes mehr ansteht (außer frisör heute, abgabe meines artikels für den festkultur-band möglichst ende november, ebenso abstract für call for papers) kann ich mich jetzt schon drauf freuen. sehr schön :)

urlaub – tag 3

Posted on : 04-08-2009 | By : paule | In : leben mit mann, on tour, sensationen und andere katastrophen

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so, nach einem abwechslungsreichen wochenende in der alten heimat geht’s hier endlich weiter mit tag 3 des urlaubs. durch zufall sind wir auf die möglichkeit einer seilbahnauffahrt zum herzogstand gestoßen, nach der ein etwa einstündiger aufstieg zum gipfel möglich wäre (inkl. alm, brotzeit, gipfelkreuz, was halt so dazu gehört). also wurden wir vom bus durch die übelkeitserregenden serpentinen zwischen kochel- und walchensee zur seilbahnstation gekarrt und dort – ohne große wartezeit – in etwa 4min zum gipfel gebracht. zum glück ging es so schnell, so hatte ich nicht groß zeit, mir sorgen über sicherheit, knackende geräusche und schwindelerregende höhen bzw. tiefen zu machen.

oben angekommen entschädigte der blick auf den türkisblauen walchensee und die berge (inkl. schneebedeckter gipfel) für serpentinen und schwammige knie:

walchensee panorama

nach kurzer umrundung des ersten berges kam der bevorstehende aufstieg zum gipfelkreuz ins blickfeld, der im ersten moment doch ziemlich beeindruckend, einschüchternd und anstregend anmutete.

herzogstand klein

(links die alm, in der mitte der berg, wenn man draufklickt und es größer anschaut sieht man die – mal wieder – serpentinen den gipfel entgegen. links unten der kochelsee)

trotzdem ging es überraschend gut und schnell, war teilweise etwas rutschig und auf keinen fall so larifari-sonntagswanderungsmäßig. also steine, wurzeln, schotter, gegenverkehr, latschenkieferabgründe. aber toll, um mal wieder den kopf freizukriegen und die waden von ihrer anwesenheit zu überzeugen.

nach etwa ner stunde erwartete uns der gipfel mit kreuz und blick über das gesamte fünf-seen-land (warum das “land” heißt, wobei es doch gar kein land ist, weiß ich leider nicht ;) ):

fünfseenland klein

(seen gegen den uhrzeigersinn, vorne rechts angefangen: kochelsee, starnberger see, ammersee, riegsee, ganz links staffelsee)

mit dieser aussicht gab’s für uns verdiente brotzeit und von meiner seite das feste vorhaben, in naher zukunft weitere gipfel zu erklimmen (apropos “erklimmen”: diesen ohrwurm hatte ich ab dem moment, als der “gipfel” zum tagesordnungspunkt erklärt wurde… schön :) ). das hat mich alles sehr an meine kindheit erinnert, als wir mit der ganzen familie (inkl. oma und onkel-familie) in südtirol urlaub auf ner hütte gemacht haben. da gab’s auch tolle bergwanderungen, kuhweiden die überquert werden mussten, eiskalte grünblaue bergseen…hach!

nach der rückfahrt (inkl. wartezeit und pizza, diesmal mit mehr übelkeit weil voller magen) gönnten wir uns etwas faul-entspanntes rumliegen am campingplatz-strand sogar mit erst- und einmaligem besuch des sees. bei mir reichte es nur zum kurzen eintauchen (körper unter wasser, köpfchen in die höh), der mac schaffte sogar einige schwimmzüge. abends dann wieder sonnenuntergang und wunderbare stimmung:

abendstimmung am see 1 klein

in der darauf folgenden nacht schlug der sturm abermals zu, diesmal schlimmer als am ersten tag. das zelt wurde fast auf den boden gedrückt (mit uns dummerweise noch drin) und zwischen kurz vor drei und etwa halb sechs war an schlaf nicht zu denken. in diesen stunden reifte der entschluss, den urlaub um einen tag (bzw. eine angekündigte regennacht) zu verkürzen und am donnerstag mit bernried und dem museum der phantasie abzuschließen.

mitbringsel vom berg / vom urlaub: waden und nen schweinischen ohrensonnenbrand. noch ein grund, warum ich in dieser nacht extrem schlecht schlief!!

(tag 4 folgt in kürze, bietet aber außer museum und immensen bahnverspätungen nicht viel)