Jetzt mal Hosen runter!
Wie gestern bereits angekündigt, starte ich (letztendlich doch halbwegs) motiviert ins neue DIY-Jahr und möchte mich zuallererst meiner paar Altlasten entledigen, die sich in den letzten Monaten so angesammelt haben. Also gar nicht lange drum rum schwadronieren, gleich rein ins volle Vergnügen. Es wurden nämlich doch mehr und mehr UFOs als gedacht
(Hier findet ihr übrigens die anderen Teilnehmer tatkräftigen und mutigen Kämpferinnen und Kämpfer des großen UFO-Angriffs)
UFO 1: Die durchgesessenen Jeans

“Eigentlich sind wir zu schade zum Wegwerfen. Aber irgendwie hat die paule noch keine Ahnung, wie man Hosenböden schick wieder undurchsichtig bekommt. Klar, ein großer Jeansflicken zum Draufbügeln wär ne Möglichkeit, aber mal ehrlich: das geht doch feiner. Oder?”
Und jetzt?
Meine Jeans (links) ist zwar eh nur noch für daheim rum, aber es zieht doch ein wenig fies durch. Und des Macs Hose hat nur ein so kleines Loch, da müsste doch was gehen. Sicher keine große Sache, aber eben auch keine spannende…
UFO 2: Der Jeansrock

“Aus unzähligen meiner Brüder und Schwestern wurden bereits schicke Jeansröcke genäht, wenn sie als Hose nicht mehr gefallen haben und auch mir wurde diese Wiedergeburt versprochen – bislang ohne sichtbaren Erfolg
Die fiese Auftrennarbeit hat die paule ja auch schon erledigt, eine schöne, elastische, petrolfarbene Spitze für den Saum ist auch vorhanden, es fehlt nur der Antrieb.”
Und jetzt?
Jaaaaa, sollte eigentlich kein großes Ding sein. Jemand müsste mal…
UFO 3: Der zu-lange Loop

“Ich war das erste Jersey-Stück, das die paule genäht hat, damals noch ohne Overlock. Aus einem schönen Pfauen-Jersey vom Stoffmarkt und schlammfarbenem Pendant. Leider in einer ungünstigen Länge: dreimal um den Hals ist zu eng, zweimal, dann häng ich unmotiviert auf Halbmast. Ich müsste aufgetrennt, gekürzt und wieder zusammen genäht werden. Diesmal sogar mit der Overlock. Aber das Zusammennähen ist ein ziemliches Gefrickel, ich kann mir schon vorstellen, dass ich deshalb hier in der Reihe der UFOs dabei bin…”
Und jetzt?
Warten, bis mir der Stoff nicht mehr gefällt?
Aber Loops sind so praktisch. Aber gerade passt er nicht zu mir. Aber im Sommer? Wenn mir mal langweilig ist (puh…)
UFO 4: die hübsche aber zu enge und unfertige Amy 2

“Ich bin ein Problemkind. Meine Schwester Amy1 aus rotem Feinkord ist total hübsch geworden und sogar fertig – aber zu groß. Oder zu breit. Oder paules Hüften passen einfach nicht zum Schnitt (was eher wahrscheinlich ist). Also wurde ich eine Größe kleiner nochmal genäht, in schönem rot-weißem Karo mit süßer Zackenlitze an den Taschen. Und siehe da: Ich bin jetzt zu klein. Oder mein Schnitt passt einfach nicht zu paules Hüften (was eher wahrscheinlich ist). Mit vereinten Nähkurskräften wurde ich zwar angepasst, aber glücklich wird damit niemand. Ich wäre ein schöner Sommerrock, wenn mich jemand säumen und tragen würde (säumen könnte die paule übernehmen).”
Und jetzt?
Will jemand ne Amy in Größe 36? Sonst näh ich im Herbst Weihnachtsdeko aus dem Stoff.
UFO 5: Der explodierte Baisser

“Ich bin was ganz spezielles. Eigentlich sollte ich so ein Rock werden. Aber dann ging der Rüschenrausch mit der paule durch. Der Unterrock ist viel zu weit geworden und die paule sieht mit mir aus wie ein Schneeball. Oder ein explodierter Baisser.”
Und jetzt?
Ich müsste die ganzen Reihen wieder ablösen, den Unterrock enger machen, neu rüschen und wieder dran nähen. Vermutlich täte es eine Reihe weniger auch. Und auf Tüll könnt ich notfalls auch verzichten. Aber schön wär der Rock schon
Ich glaub, ich trenn heut beim Fernsehen mal ein bisschen auf.
UFO 6: Die Lounger (so nennt Ottobre Woman ne Jogginghose
)

“Man müsste mir nur nen Bund nähen und die Beine säumen. Gummizug rein, tolles neonorgangenes Bindeband rein und fertig. Dann könnte man mit mir wunderbar auf der Couch rumlümmeln und säh dank Neonnähten sogar cool aus, wenn der Postbote klingelt.”
Und jetzt?
Stimmt, müsste man, wird man auch am Wochenende. Versprochen, Lounger
UFO 7: Die kritische Jersey-Strick-Jacke

“Ich seh vielleicht aus wie ein unhübscher Haufen, so lieblos hindrapiert. Aber ich bin eigentlich ne schicke Strickjacke aus tollem Rosenmusterjersey aus der Ottore Design 5/2012. Leider bin ausnahmsweise ich mal extrem eng ausgefallen, anders als angeblich alle anderen Ottobre-Schnitte. Aber ich seh gut aus und dann zieht man eben mal nix Langärmeliges drunter. Im Grunde fehlen meinen Ärmeln nur noch Rollsäume und gut is.”
Und jetzt?
Ganz ehrlich? Ich trau mich nicht, an meiner Ovi den Rollsaum einzustellen. Dann muss ich nämlich anschließend wieder nen Faden einfädeln. Und das hab ich bisher zum Glück noch nicht tun müssen. Ich könnt also auch einfach noch 10 Tage bis zum nächsten Nähkurs warten und sie dort fertig stellen. Ist eh grad zu kalt für nix Langärmeliges drunter
UFO 8: Mugrugs?

“Wir sind die Anfangsstadien von Mugrugs. Zumindest sollten wir das mal werden. Die vordere Brille ist bereits aufgestickt (auf Volumenvlies und per Hand! Also nein, schon mit Maschine, aber mit Näh- nicht mit Stickmaschine!), die anderen mit Bügelvlies aufgeklebt. Ob aus uns wirklich Mugrugs werden, steht aber in den Sternen. Wir könnten auch tolle Reißverschlusstäschen werden. Oder wer weiß, vielleicht kommen wir in eine Patchworkdecke?”
Und jetzt?
Ich bin für Vorschläge offen
Irgendwo sollte zumindest die vordere Brille zur Geltung kommen dürfen. (Auf die Decke bin ich übrigens grad erst gekommen, das wär doch was!)
UFO 9: Das Weihnachtsoutfit

“Hey, du hattest mir schon vor Wochen versprochen, dass ich dein Weihnachtsrock werden dürfte! Angeblich ein ganz einfacher Schnitt, so bissi ausgestellt, gründlich die Volants übereinander gesteckt und dann einfach mit der Ovi drüber. Hübsch in Petrol mit tollen Volants, die du so liebst, mit praktischem Bündchen und Platz für das ganze leckere Essen… Und dann hast du dir einfach was neues gekauft, pfui über dich!”
Und jetzt?
Stimmt ja, und die Farben sind so winterlich, da sollte ich mich ranhalten. Oder doch lieber ein kurzes Kleid? Oben mit schwarzem Jersey-Top drauf? Oder lieber doch nicht verkomplizieren (und den Jersey-Rock aus der Burda 1/13 als Vorlage nehmen?)
UFO 10: Das krasse Teil

“Da hattest du ganz schön Eier, als du mich angefangen hast, hm? Ein kurzes Cape aus geschmeidigem Leo-Print, velourig-kuschlig, aufregendes Landkarten-Futter in Grün… du hast dich schon mit ner engen Jeans und gelber Handtasche durch den Spätsommer flanieren sehen, über Flohmärkte, durch die Stadt, Großstadtfeeling eben. Dann sind paar Nähkurse ausgefallen, irgendwas kam bei meiner Fertigstellung immer dazwischen und plötzlich war es ohnehin zu kalt, um mich noch zu tragen. Im Frühling kannst du dir mich nicht so richtig vorstellen und was im nächsten Herbst ist, wer weiß das schon. Dabei fehlen mir nur noch 3 Knopflöcher und 6 Knöpfe. Also setz dich auf deinen mutigen aber faulen Arsch und mach mich fertig! Im März seh ich auch noch geil aus und mit schwarzen langen Armstulpen bin ich auch bei niedrigen Temperaturen dabei!”
Und jetzt?
(Das Leo-Cape hat gesprochen, jetzt trau ich mich auch nicht mehr, was dagegen zu sagen)
Hand hoch, wer hat bis jetzt durchgehalten? Und wer packt sich grad an die eigene Kreativnase?
Ich war auch ganz leise geschockt, als ich diese Berge gesehen hab. Aber es ist immer gut, sich das mal vor Augen zu halten, dann ist man (hoffentlich) auch motiviert, anzufangen. So wie ich. Wenn ich den Schal fertig gestrickt hab, den ich letzte Woche angefangen hab
Spässchen, ich fang wirklich an zu nähen. Wenn ich die Weihnachtsdeko entfernt hab. Dann wirklich ^^