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kuchen ohne ende

Posted on : 21-02-2010 | By : paule | In : ess-bar, la famiglia

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wenn man mir im sommer ein stück kuchen anbietet, dann ist die wahrscheinlichkeit groß, dass ich sag “nee, danke, ich ess net so gern süß”. und ich mein das dann auch wirklich ehrlich. ein stück kuchen im monat reicht in der regel aus, obstkuchen lieber als was sahniges, vor der typischen (und obligatorischen) hochzeitstorte graut’s mir schon bisschen. seltsamerweise back ich allerdings recht gern, früher eher herzhaft, in letzter zeit aber auch gern plätzchen, muffins, brownies und kuchen, wenn’s sein muss. essen dürfen die dann gern die anderen.

aber was ich in diesem monat bereits an kuchen gebacken und verputzt hab, geht auf keine der so gern zitierten kuhhäute! angefangen mit dem leichenschmaus, an dem ich zu ehren meiner oma ihren klassiker crem(e)schnitten gebacken hab. diesen kuchen musste sie früher immer zu jedem geburtstag backen, ein kleines blech war das minimum! ich hab diesen kuchen jetzt zu meinem klassiker deklariert, was auch erklärt, wieso ich gestern das dritte blech seit dem 8.2. gebacken hab. der leichenschmaus war kuchengeschwängert, wie sich das gehört, und natürlich hab ich zugelangt. war kalt draußen, da hilft kuchen seltsamerweise mehr als käsebrot. an meinem geburtstag eine woche später gab’s dannh errentorte von meiner mama, von mir natürlich crem(e)schnitten, zitronenmuffins und einen unglaublich leckeren schoko-rotwein-cranberrie-kuchen, der mir wirklich seeeehr gut gelungen ist (der wird wiederholt!). seit vorgestern ist der kuchen endlich weg, heute feiert mein papa seinen 60. (happy birthday, papa!) und natürlich gibt’s: kuchen. und ich mach natürlich: crem(e)schnitten. und dazu noch mindestens 5 andere sorten. in your face, fastenzeit :)

achja, nicht, dass jemand glauben sollte, damit wär dann schluss: nächsten samstag feier ich mit meinen mädels und ordentlich brunch meinen geburtstag (nach), da wird’s evtl. crem(e)schnitten oder halt den rotweinkuchen geben. am sonntag ist dann der familienzusammenführungsbrunch, da gibt’s mit sicherheit auch einen kuchen. zum glück ist mein brautkleid noch nicht auf meine figur zugeschnitten worden, da könnt sich noch einiges ändern, wenn’s so weiter geht ;)

armagnac-pflaumen

Posted on : 30-11-2009 | By : paule | In : ess-bar, paules welt, sensationen und andere katastrophen, weihnachten

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dieses rezept sollte es werden. liest sich nicht schwierig, klingt lecker, sollte weihnachtsleckerchen für die lieben werden. SOLLTE! hier die anleitung:

  • zesten von 2 orangen reißen: für diese tätigkeit hab ich mir extra einen zestenreißer gekauft! ist trotzdem ne ziemliche sauerrei, da ich gelegentlich wohl etwas zu tief in der schale ansetzte. die ganze arbeitsplatte rechts von mir war anschließend von einem feinen orangensaftnebel bedeckt und ein drittel der zesten fielen neben die schale, aber es hat geklappt.
  • orangen auspressen: leider hab ich nicht bedacht, dass die schale dem orangeninneren ja auch halt gibt und ohne schale (= zesten) das ganze etwas weich werden könnte. so lässt sich das auch alles nicht so leicht auspressen, aber immerhin sind es 200ml geworden, der rest wurde mit fertigem o-saft ergänzt.
  • armagnac (arschteurer weinbrand oder so) in messbecher abmessen.
  • feststellen, dass man statt 1000g trockenpflaumen nur 500g hat. in panik den mann anrufen und mit ihm am telefon die küche durchsuchen. feststellen, dass man einmal zwei beutel mit 250g gekauft hat, ein andermal 2 beutel mit 500g. also reichts locker. aber schreck war da. in gedanken schon alle vorbereiteten einzelteile wieder verpackt (nur den armagnac hätt nicht wieder zurückgegossen)
  • sich wundern, wieso die linke hand bei anspannung zittert. könnte die vorfreude sein.
  • 100g zucker karamellisieren. da ich sowas noch nie ernsthaft gemacht habe, hab ich mir natürlich rat von meiner weisen kochmama geholt: zucker bis bernsteinfarben karamellisieren. da ich natürlich braunen zucker verwenden musste, war bernsteinfarben nicht so ganz auszumachen, aber das war ja egal, es dauerte ohnehin ewig lang.
  • währenddessen schnell ne flasche sekt öffnen und auf die erste karamellisierung anstoßen.
  • zucker bildet klümpchen, haftet am löffel aber macht keine wirklichen anstalten zu schmelzen
  • herd hochdrehen, zucker zeigt tendenz zu schmelzen
  • in panik herd runterdrehen, soll ja nicht verbrennen
  • mit einem löffel angeschmolzenen zucker vom anderen löffel kratzen
  • feststellen, dass schmelzender zucker auf daumennagel die ausgeburt der hölle ist
  • daumen in kalten sekt halten und sich selbst bemitleiden
  • herd wieder hochdrehen, idee der selbstgemachten weihnachtsgeschenke verfluchen
  • flüssigen zucker begutachten und sich fragen, welche farbe der zustand wohl gerade in weiß hätte (so ist er nämlich – bernsteinfarben. von anfang an schon)
  • herd hochdrehen und auf blubbern warten
  • beim blubbern in hektik orangenzesten reinwerfen
  • luft anhalten weil es unglaublich stinkt
  • dunkelbraune zuckerbrocken mit orangenzesten mit orangensaft ablöschen
  • orangensaftsuppe mit röstzwiebelartiger zuckerplatte bewundern
  • riesenklumpen langsam vom löffel lösen
  • sich wundern, wieso der löffel nur noch 2/3 seiner rührfläche hat
  • weiße bröckchen in der orangebraunen, klumpenfreien, lecker duftenden brühe sehen
  • mama anrufen und fragen, ob man das hätte wissen können (dass plastiklöffel von dr. oetker nicht zum karamellisieren geeignet sind)
  • sich ärgern, nen beutel orangenzucker finden und beschließen, nen zweiten versuch zu unternehmen – mit holzlöffel und weißem zucker!
  • feststellen, dass der topf doch so ziemlich stark voller pickelhartem karamell ist
  • weihnachten und geschenke und den kapitalismus verfluchen
  • sich in die idee verlieben, die 250ml armagnac NICHT bis morgen aufzuheben sondern einem anderen zweck zuführen.

so war das in der letzten stunde. mein daumen pocht, mein sekt ist warm und dummerwiese riecht es richtig gut (nicht mal nach geschmolzenem plastik). achja, und beim versuch, das karamell aus dem topf zu entfernen (mit wasser aufkochen, tipp meiner mama) hab ich noch eins der handtücher angesengt. war klar.

und wer sich an das hier erinnert fühlt – ja, ich mich auch :)

nachtrag: es gibt so tage, da scheißt der teufel echt auf den größten haufen. in dem moment, wo ich auf “hochladen” klick, schaltet sich mein rechner aus. einfach so. badauz. das macht er manchmal, also eigentlich seit 2 monaten nimmer, aber natürlich heute. und hey, schicksal, du arsch, blogdesk speichert automatisch alle 5min! yeeehaw stinkebacke! sonst hätt ich grad echt net gewusst, womit ich meine schlechte laune noch verarbeiten könnte. oh man, wassn tag. achso, 02 schafft’s seit tagen mal wieder net, uns konstant das zu geben, wofür wir brav konstant zahlen: nämlich internet und ne stabile telefonleitung. aber wer will schon mal 10min am stück telefonieren, ohne einfach unterbrochen zu werden. aber das ist eine andere geschichte, die ich eigentlich nicht schon wieder erzählen möchte. das elend dauert nämlich schon 1,5 jahre. wenn ihr die wahl habt, trefft ne kluge ;)

ich stecher

Posted on : 08-11-2009 | By : paule | In : ess-bar, weihnachten

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ich backe unglaublich gern plätzchen. das mag umsomehr verwundern, als ich sie etwas weniger gern ess. besonders nur bestimmte sorten, keine ausgestochenen mit schokoguss, keine mit nachträglich aufgebrachter nuss-deko (allergie) und auch sonst bin ich leicht gnerschig. auf den punkt gebracht mag ich die von meiner mama gebackenen (besonders die doppeldecker), die vanillekipferl von meiner oma, und meine gebackenen. bei fremden bin ich erstmal skeptisch.

wie dem auch sei, ich backe gern, steche besonders gern aus und kauf mich mir jedes jahr wieder gern neue, ausgefallene ausstecherle. meine neusten errungenschaften sind dieses formschöne geweih

geweih

sowie dieser kleine elefant

elefant

quelle: tortissimo.de

ich denke, das geweih ist zu kleinteilig für butterteig, also werd ich mich wohl mal mit nem honigkuchenteig dran versuchen. und danach löcher rein zum aufhängen :) vielleicht geht das ja auch mit ner dreijährigen, bin mal gespannt. der elefant reiht sich nahtlos bei esel, elch und rentier ein. heute gibt’s allerdings erstmal minilinzer mit glühweingelee, diese allerdings in blütenform, also unspektakulär.
und weils auf genannter seite so unglaublich tolle ausstecher gibt werd ich wohl noch mal welche bestellen und ziehe eine zukunft als tortendekorateurin oder zuckerbäckerin in betracht. erwähnte ich bereits, dass ich torten und kuchen eigentlich gar nicht so gern mag?

frohe vor-vorweihnachtszeit!

schnorbsbrocken

Posted on : 29-09-2009 | By : paule | In : ess-bar, la famiglia, lesestoff, paules welt

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meine oma wurde mitte september 90 jahre alt. sie lebt zwar seit knapp 3 jahren im heim, aber geistig hat sie das alles noch fit miterlebt. am eigentlichen geburtstag war sogar die lokale “prominenz” anwesend, vertreten durch bürgermeister und vize-landrat. gefeiert wurde das ganze mit sekt, orangensaft, schnittchen und ständchen, wie sich das eben gehört.

schöner und wichtiger war mir allerdings die familienfeier einige tage später: endlich war mal wieder die gesamte paule-sippe anwesend, sowohl aus nord- als auch aus südbayern, inkl lebenspartner. alles in allem also 13 familienangehörige (für manche nicht so viel, für mich aber fast alles was ich hab!). das wetter war – wie so oft mitte september – traumhaft! als ganz besonderes schmankerl hatte meine mama die idee (und ich wohl die zeit und das knowhow, inkl. layout-mann), die gesammelten rezepte meiner oma, die auf zig losen zetteln aber auch in einem heftchen vor dem verkauf aus ihrem haus gerettet wurden, für die familie abzuschreiben und zu bündeln.

Cremschnitten

originalrezept der cremschnitten

von mir kam die idee dazu, das ganze mit persönlichen erinnerungen an die kochkünste meiner oma zu ergänzen. und das ergebnis kann sich wirklich sehen lassen!

ich bin sehr froh, dass die rezepte gerettet wurden. gerade die cremschnitten meiner oma sind eine meiner lebenserinnerungen -nicht nur an die kindheit, wo sie bei keinem geburtstag fehlen durften, sondern auch danach gab es sie immer wieder. und zu ehren des geburtstages hab ich mich erstmals selbst an ihnen versucht (fast schon ein sakrileg!). ich hab zwar das falsche mehl genommen (herrjeh, worauf man alles aufpassen muss!!) aber sie schmeckten fast original! sehr lecker und ich bin so stolz auf mich und auch glücklich, dass ich nie auf diesen geschmack verzichten muss.

falls jemand interesse an oma-rezepten (oder erinnerungen meiner family) hat, möge er / sie doch bitte hier klicken und sich freuen. und natürlich das urheberrecht wahren, wer weiß, vielleicht wird ja auch noch mehr drauß ;)

achja, die übersetzung zu “schnorbsbrocken” findet sich in der markhausen-klingenthaler-wortkunde.

geschmackserinnerung

Posted on : 23-07-2009 | By : paule | In : blogosphäre, ess-bar, fundstücke, paules welt

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manchmal werden meine lieblingssorten von irgendwas (deo, getränk, süßigkeit) einfach eingestellt oder dermaßen verändert, dass sie nicht mehr schmecken (die traubenzucker-zitronen-rolle von vivil von ganz früher. erinnert sich jemand??). dann bin ich kurz verärgert / traurig / vorratskaufend, aber im grunde hab ich immer guten ersatz gefunden.

manchmal aber verschwinden sachen, ohne dass ich sie vermisse oder überhaupt mitbekommen hab, dass sie längere zeit weg waren. wenn sie dann aber mit großem bohei plötzlich wieder gelauncht werden*, dann frag ich mich, wie ich die letzten jahre eigentlich ohne überstehen konnte!

so geschehen, als ich diesen blogeintrag beim shopblogger gelesen hab. seitdem weiß ich wieder genau, wie die ritter sport olympia geschmeckt hat, weiß wieder, dass meine family da auch drauf stand, erinner mich an familienausflüge, spieleabende… und obwohl ich generell wenig schokolade ess schau ich seit dem blogpost in jedem supermarkt ins regal, ob sie denn vielleicht doch schon da ist. und ich freu mich tierisch!

 

*man beachte das harmonische nebeneinander von alt- und neudeutsch! worte wie bohei sollten nicht verschwinden.