schon des öfteren erwähnte ich meine neu erblühende leidenschaft nähen. da ich ja wirklich blutige anfängerin war, konnte ich keinesfalls einfach mal losnähen sondern hab mir einige bücher zum thema gekauft. nach einigen wochen nähen kann ich auch schon ein kurzes resümee ziehen und mich an kurzen rezensionen versuchen.
im test waren folgende bücher:
tone finnanger – tildas winterwelt (link)
tone finnanger – tildas haus (link)
poppy treffry – das etwas andere nähbuch (link)
anja brinkmann (mymaki) – alles, was fräulein so braucht (link)
cath kidston – nähen mit cath kidston (link)
das schöne ist, dass alle vier autorinnen völlig unterschiedliche arten von design, schnitten und techniken haben, wobei mir die tilda-designs einfach am besten gefallen. nordisch-pastellig-landhaus-wunderhübsch. (damit mein ich erstmal nur die stoffe und die fotos in den büchern, allein zum anschauen lohnen die sich schon). die nähprojekte sind allerdings für mich nur zu etwa 50% interessant: engel und puppen in diversen ausführung werd ich wohl nie nähen, dekoelemente wie äpfel, hirschkopf und herzen find ich allerdings reizend. zudem gibt es noch diverse täschchen, wegen derer ich überhaupt erst zu diesen büchern gekommen bin! bei poppy treffry begeistert mich die technik des freihand-stickens, außerdem ihr unkomplizierter umgang mit stoff: egal, ob er ausfranst oder nicht, aus allen lässt sich eine einzigartige applikation machen. durch sie bin ich auf muffins bzw. cupcakes als lieblings-app gekommen. allerdings sehen mir ihre sachen oft ein wenig zu alternativ aus, was sich aber mit der verwendung anderer stoffe und saubererem arbeiten auch ändert. bei cath kidston gefallen mir zwar die rosendesigns, allerdings nicht so gut wie die bei tilda (die aber auch entsprechend teuer sind). das restliche stoffdesign ihrer projekte ist nicht so ganz meins, irgendwie zu hart und zu krasse farbkombis (rot-blau-grün, nix pastell). dafür hat sie einige sehr praktische projekte in ihrem buch (vor allem taschen, mein heutiges projekt), aber auch so ladenhüter wie klammerbeutel (ich wusste nicht, dass irgendwer sowas noch benutzt, geschweige denn selber näht!) und ofenhandschuhe. hätt ich nicht mal meiner oma genäht. zu guter letzt das mymaki-nähbuch von anja brinkmann. sie hat durch die bank die praktischsten projekte, fast nur täschchen, allerdings hab ich hier noch nichts genäht (bis auf einen misslungenen versuch). das liegt hauptsächlich daran, dass sie stoffe vorschlägt, die nicht so einfach zu bekommen sind (filz, der von der dicke her genau zwischen den erhältlichen liegt, lkw-planenstoff) oder materialien notwendig sind, die ich erst noch bestellen müsste (taschenbügel für clutch oder brillenetui, teflonfüßchen für die nähmaschine). auf cd sind grafikvorlagen mitgeliefert, die man per tintenstrahldrucker auf applikationspapier (wieder zwei materialien, mit denen ich nicht dienen kann) drucken und dann aufnähen (oder kleben) kann. die sind zwar süß, allerdings bin ich aus dem alter von pilzmädchenapplikationen wirklich raus (traurig). die taschen werd ich trotzdem nähen, sobald ich die verschlüsse hab.
zu den schwierigkeitsgraden: mit tilda hab ich als blutige anfängerin angefahren und gleich erfolge erzielt. super erklärt, bilder verständlich, alles gut. auch bei poppy treffry hatte ich mit einer echt schnieken schürze mit vielen aufnähern keine probleme. cath kidston hat mich hingegen fast in die verzweiflung getrieben. allerdings gilt hier wohl: einfach mal anfangen. und ein wenig erfahrung mitbringen. einige schritte kamen mir ausgelassen vor, durch try and error musste ich rausfinden, ob das projekt jetzt schon umgestülpt wird und ob da nicht noch ne naht fehlen würde. die illustration hat da auch nicht wirklich weitergeholfen, das resultat überzeugte aber (obwohl ich sicherheitshalber die zweite extratasche an meinem beutel weggelassen hab). wird also auch hier nicht das letzte nähvorhaben gewesen sein. die anleitungen bei anja brinkmann fand ich beim durchschauen auch ganz verständlich. nur schade, dass die schnittmuster auf der extra-cd sind und nicht einfach nur abgepaust werden müssen.
zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich die tilda-bücher ohne vorbehalt empfehlen kann (auch wenn man die hälfte davon nicht näht lohnt es sich für den rest. auch für zwei täschchen und nen apfel, weil die bücher so schön sind!). auch für blutige anfänger geeignet und damit auf platz 1. danach kommt poppy treffry wegen der besseren anleitungen, aber eigentlich gleichauf mit cath kidston wegen deren nützlicherer projekte. und anja brinkmann kriegt nen sympathiepunkt (wegen dawanda-shop, weil aus bayern, weil fräulein-thema und so), der die schwierige beschaffung der materialien fast aufwiegt. also nur vorübergehend auf platz 3, ich bestell nämlich demnächst taschenbügel und teflon-füßchen und dann werden wir mal sehen.