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armagnac-pflaumen

Posted on : 30-11-2009 | By : paule | In : ess-bar, paules welt, sensationen und andere katastrophen, weihnachten

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dieses rezept sollte es werden. liest sich nicht schwierig, klingt lecker, sollte weihnachtsleckerchen für die lieben werden. SOLLTE! hier die anleitung:

  • zesten von 2 orangen reißen: für diese tätigkeit hab ich mir extra einen zestenreißer gekauft! ist trotzdem ne ziemliche sauerrei, da ich gelegentlich wohl etwas zu tief in der schale ansetzte. die ganze arbeitsplatte rechts von mir war anschließend von einem feinen orangensaftnebel bedeckt und ein drittel der zesten fielen neben die schale, aber es hat geklappt.
  • orangen auspressen: leider hab ich nicht bedacht, dass die schale dem orangeninneren ja auch halt gibt und ohne schale (= zesten) das ganze etwas weich werden könnte. so lässt sich das auch alles nicht so leicht auspressen, aber immerhin sind es 200ml geworden, der rest wurde mit fertigem o-saft ergänzt.
  • armagnac (arschteurer weinbrand oder so) in messbecher abmessen.
  • feststellen, dass man statt 1000g trockenpflaumen nur 500g hat. in panik den mann anrufen und mit ihm am telefon die küche durchsuchen. feststellen, dass man einmal zwei beutel mit 250g gekauft hat, ein andermal 2 beutel mit 500g. also reichts locker. aber schreck war da. in gedanken schon alle vorbereiteten einzelteile wieder verpackt (nur den armagnac hätt nicht wieder zurückgegossen)
  • sich wundern, wieso die linke hand bei anspannung zittert. könnte die vorfreude sein.
  • 100g zucker karamellisieren. da ich sowas noch nie ernsthaft gemacht habe, hab ich mir natürlich rat von meiner weisen kochmama geholt: zucker bis bernsteinfarben karamellisieren. da ich natürlich braunen zucker verwenden musste, war bernsteinfarben nicht so ganz auszumachen, aber das war ja egal, es dauerte ohnehin ewig lang.
  • währenddessen schnell ne flasche sekt öffnen und auf die erste karamellisierung anstoßen.
  • zucker bildet klümpchen, haftet am löffel aber macht keine wirklichen anstalten zu schmelzen
  • herd hochdrehen, zucker zeigt tendenz zu schmelzen
  • in panik herd runterdrehen, soll ja nicht verbrennen
  • mit einem löffel angeschmolzenen zucker vom anderen löffel kratzen
  • feststellen, dass schmelzender zucker auf daumennagel die ausgeburt der hölle ist
  • daumen in kalten sekt halten und sich selbst bemitleiden
  • herd wieder hochdrehen, idee der selbstgemachten weihnachtsgeschenke verfluchen
  • flüssigen zucker begutachten und sich fragen, welche farbe der zustand wohl gerade in weiß hätte (so ist er nämlich – bernsteinfarben. von anfang an schon)
  • herd hochdrehen und auf blubbern warten
  • beim blubbern in hektik orangenzesten reinwerfen
  • luft anhalten weil es unglaublich stinkt
  • dunkelbraune zuckerbrocken mit orangenzesten mit orangensaft ablöschen
  • orangensaftsuppe mit röstzwiebelartiger zuckerplatte bewundern
  • riesenklumpen langsam vom löffel lösen
  • sich wundern, wieso der löffel nur noch 2/3 seiner rührfläche hat
  • weiße bröckchen in der orangebraunen, klumpenfreien, lecker duftenden brühe sehen
  • mama anrufen und fragen, ob man das hätte wissen können (dass plastiklöffel von dr. oetker nicht zum karamellisieren geeignet sind)
  • sich ärgern, nen beutel orangenzucker finden und beschließen, nen zweiten versuch zu unternehmen – mit holzlöffel und weißem zucker!
  • feststellen, dass der topf doch so ziemlich stark voller pickelhartem karamell ist
  • weihnachten und geschenke und den kapitalismus verfluchen
  • sich in die idee verlieben, die 250ml armagnac NICHT bis morgen aufzuheben sondern einem anderen zweck zuführen.

so war das in der letzten stunde. mein daumen pocht, mein sekt ist warm und dummerwiese riecht es richtig gut (nicht mal nach geschmolzenem plastik). achja, und beim versuch, das karamell aus dem topf zu entfernen (mit wasser aufkochen, tipp meiner mama) hab ich noch eins der handtücher angesengt. war klar.

und wer sich an das hier erinnert fühlt – ja, ich mich auch :)

nachtrag: es gibt so tage, da scheißt der teufel echt auf den größten haufen. in dem moment, wo ich auf “hochladen” klick, schaltet sich mein rechner aus. einfach so. badauz. das macht er manchmal, also eigentlich seit 2 monaten nimmer, aber natürlich heute. und hey, schicksal, du arsch, blogdesk speichert automatisch alle 5min! yeeehaw stinkebacke! sonst hätt ich grad echt net gewusst, womit ich meine schlechte laune noch verarbeiten könnte. oh man, wassn tag. achso, 02 schafft’s seit tagen mal wieder net, uns konstant das zu geben, wofür wir brav konstant zahlen: nämlich internet und ne stabile telefonleitung. aber wer will schon mal 10min am stück telefonieren, ohne einfach unterbrochen zu werden. aber das ist eine andere geschichte, die ich eigentlich nicht schon wieder erzählen möchte. das elend dauert nämlich schon 1,5 jahre. wenn ihr die wahl habt, trefft ne kluge ;)

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