beim ersten tierarztbesuch und dem dazugehörigen obligatorischen generalcheck hat sich rausgestellt, dass unsere mädels ganz schön dreckig sind. also nicht generell, sie verbringen ja viel zeit am tag mit körperpflege, aber tief in den windungen des gehörgangs sah es wohl ziemlich düster aus. die braunen brocken, die der tierarzt zu tage förderte, bewiesen, was ich eigentlich gar nicht so genau wissen wollte: milbenbefall und sonstiger dreck. da dies mit einer einmaligen säuberung seitens des tiermedizinisch geschulten personals nicht getan war, wurden wir angehalten, dies doch gelegentlich täglich zuhause selbst vorzunehmen.
in der theorie und der praxis (im wahrsten sinne des wortes) sah das so aus: katze vorn und hinten festhalten, ohrmuschel aufziehen, flasche mit reinigungsflüssigkeit im ohr versenken, wasser marsch, ohr knautschen, mit q-tip bzw. in unserem fall mit tempo-über-finger drin rum stochern, von katze abwenden, loslassen, dem durch katzenkopfschütteln folgenden sprühregen ausweichen.
allabendlich sieht es beim mac und mir folgendermaßen aus: der mac sitzt mit nem handtuch überm schoß auf dem sofa, während ich erst der einen (meist ginger), dann der anderen katze quer durchs wohnzimmer bzw. der wohnung hinterher renne. schließlich wird die katze unter aufmunterndem zuflüstern auf den schoß gesetzt und versucht, alles bis auf den kopf ins handtuch zu wickeln. diese prozedur wird so lange wiederholt, bis auch wirklich keine pfote mehr vorne rausschaut. während der mac die katze mit armen und händen an körper und kopf festhält (meist schauen nur noch die ohren und vorn die nase raus), versuche ich, die krampfhaft am kopf angelegten ohren hochzuziehen, um zugang zum gehörgang zu finden. unter mehr oder weniger lautem gejammer und geknurre befördere ich den benötigten schwall wasser in die katze, woraufhin der mac versucht, das ohr zu knautschen. in zwei von drei fällen gelingt es der katze (meist pepper) jedoch an dieser stelle, sich seinem griff zu entwinden und das wasser mittels kräftigem kopfschleudern zentrifugal aus dem ohr zu befördern. da wir damit meist nicht gerechnet haben, kriegen wir die volle ladung ins gesicht. je nach katzen- und menschenstimmung gibts daraufhin noch ne ladung wasser ins ohr, manchmal wird aber nur der rest flüssigkeit eingeknautscht. sind beide ohren eingeweicht (wir und der katzenkopf außen meist mit), wird versucht, den dreck noch per tempo und finger zu entfernen. währenddessen besorge ich ne belohnungskatzenbifi und rede der zweiten katze gut zu, die ja noch dran ist und genau weiß, was ihr blüht. nach dem tempo-putz-teil darf die katze aus dem handtuch und schüttelt sich abermals kräftig, womit wir aber meist gerechnet haben und uns rechtzeitig abwenden konnten. wenn ginger abgefertigt ist und ihr stück bifi wie ne tote maus über den holzboden jagt, beginnt das größere drama mit pepper (mehr kampf, mehr gejaule, mehr geschüttel). während wir allerdings mit pepper beschäftigt sind, setzt bei ginger der kalte bifi-entzug ein: jeder finger ist eine potentielle wurst und muss mit krallen und zähnen erlegt werden, was die reinigungsprozedur bei pepper nicht einfacher macht (v.a. wenn hinter uns an der sofarückenlehne eine katze wie eine fledermaus hängt und mit riesengroßen schwarzen augen und gesträubten haaren “wuuuuurst” zu hecheln scheint).
und erst wenn jedes katzenohr gesäubert ist und jedes stück wurst verschlungen wurde, dann fallen der mac und ich erschöpft ins bett und harren der dinge, die der nächste abend bringt.