Laufend Veränderungen (und Rezept für kleine Ausdauersportler–Overnight Oats)

Da ich Veränderungen nicht wirklich mag, ist ein Kind eigentlich das komplett Falsche für mich.* Da verändert sich ja STÄNDIG was! Vor allem, wenn man so einen ungeduldigen Wirbelwind hat, wie wir. Speedy fing ja schon recht früh an, sich zu drehen, zu wenden, zu kreiseln, sich schraubend fortzubewegen, stand dann mit 6 Monaten bereits und war fortan nicht mehr zu stoppen. Zum Glück merkte sie doch noch, dass man krabbelnd schneller und vor allem ohne Hilfsmittel von A über B nach C gelangen kann und ging für 2 Monate in den Vierfüßlerstand – doch Mitte September, noch vor dem vollendeten 10. Monat, machte sie die ersten Schritte ohne Hilfsfinger. Und war nicht mehr zu stoppen. Genau einen Monat später steht sie so gut wie jede wache Minute, hat ein Mordstempo drauf und um Hinfallen müssen wir uns keine Sorgen machen. Und nächste Woche wird sie erst 11 Monate. Tja.

Dafür hat sie keine Zeit, sonderlich an Größe oder Gewicht zuzulegen. Bzw. der Speck hat keine Chance, anzusetzen, wenn Speedy den ganzen Tag am Sporteln ist. Trotzdem war der Doc beim Babykundendienst durchaus zufrieden mit unserem pumperl gsunden Spargel. Das Essen klappt auch gut, seit ich nicht mehr versuche, mich dogmatisch an ne bestimmte Anzahl von Mahlzeiten und “mittags herzhaft, sonst süß und getreidig” zu halten sondern ihr mittags ihre geliebte Banane und ne Birne lass und nicht versuch, da noch ne Portion Leberwurst mit rein zu drücken.

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So kann ein Babymittagessen aussehen. Very sophisticated…

Und so sieht’s aus, wenn das Baby loslegt…

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Allerdings muss ich gestehen, dass ich bis jetzt noch keine Hungeranzeichen bei ihr erkenne (!). Ich glaube langsam, sie hat dafür einfach keine Zeit. Wenn’s aber schmeckt, was ich ihr anbiete, dann verdrückt sie unglaubliche Mengen! z.B. an Overnight Oats, dem aktuellen Frühstückstrend (oder ist das schon wieder vorbei?). Zum Glück mögen der Lieblingsmann und ich die ebenfalls, so dass ich abends mal schnell das Frühstück für alle vorbereiten kann und mir morgens keine Gedanken machen muss, ob ich ihr Brot und Belag (und wenn ja, welchen), Obst oder Brei anbiete und ob sie jetzt zufällig mal Lust hat, zu essen. Der Haferflocken-Joghurt-Brei geht anscheinend immer und darf auch gern noch gelöffelt werden (sonst ist nämlich selber essen das Größte).

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Hier ist das Rezept für eine Elternportion (unten die Babyportion)

Für ein Schraubglas, z.B. ein großes Weck-Glas (keine Angst, das wird nicht voll, ist aber gut zu befüllen) nehmt Ihr:

  • 2 gute EL zarte Haferflocken
  • 2 gute EL kernige Haferflocken
  • 1 EL Kokosraspeln
  • 1/2 TL Zimt oder 1/4 TL Vanillepulver
  • 1 EL Agavendicksaft (alternativ Honig oder eine halbe, reife, zerdrückte Banane)
  • 3 EL Joghurt
  • 3 EL Milch
  • gemischte TK-Beeren / TK-Himbeeren
  • 1 EL (oder nach Geschmack) geraspelte Schokolade (zartbitter, weiß oder beides)

Trockene Zutaten mischen. Mit Joghurt, Milch, Agavendicksaft (oder Banane) gut verrühren. Eine Schicht TK-Beeren und geraspelte Schokolade drüber geben.

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Verschließen und über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen. Morgens genießen. Die zarten Haferflocken werden cremig, die kernigen und die Kokosraspeln verleihen Biss, mir reicht die Süße der Banane ergänzt durch die frische Säure der Beeren und das Extra der Schokolade.

Die Mischung lässt sich wunderbar variieren, z.B. mit

  • 1 EL Leinsamen statt Kokosraspeln
  • Chia-Samen (hab ich gehört Zwinkerndes Smiley )
  • Soja-Joghurt und Mandel- oder sonstige “Milch”
  • Amaranth-Popcorn
  • Mohn
  • Nüssen
  • Bananenstückchen
  • Erdnussbutter (am besten mit Banane, Joghurt und Milch mixen und dann erst über die Haferflocken geben)
  • frischen Beeren
  • ….

Die Babyportion sieht bei uns folgendermaßen aus

  • 1 guter EL zarte Haferflocken
  • 1/2 EL kernige Haferflocken
  • 1/2 EL Kokosraspeln
  • eine Prise Zimt
  • 1/2 zerdrückte Banane
  • 1 gehäufter EL Joghurt
  • 2-3 EL Milch

Und ja, diese Menge verdrückt sie ratzeputz. Und wenn wir nicht schnell genug sind, sind auch noch einige Löffel von uns dran. Gern auch mit Beeren. Nach so einem Frühstück ist wohl erst mal genug Power da, um durchs Wohnzimmer zu rennen.

*Ich behalte sie trotzdem. Ganz große Liebe.

Kloß im Bauch

Herrjeh, ist es wirklich schon 2 Monate her, dass ich zuletzt was gepostet hab? Damals war’s noch Hochsommer (kalendarisch) und der erste große 4-Generationen-Familienurlaub stand noch bevor, der Herbst schien uneinholbar weit weg und alles Unangenehme, was damit zusammenhängt.

Versteht mich nicht falsch, ich liebe den Herbst. Das hab ich in den letzten Jahren auch immer wieder hier erwähnt. Bleibt mir bloß mit dem Hochsommer weg, lieber Spätsommersonne, buntes Laub, Morgennebel, Zwiebellook, Herbstfarben, Zwetschgen, Kürbis, Zwiebelkuchen, erste Lebkuchen, hach!

Dieses Jahr sitzt mir aber ein Kloß in Hals und Bauch, wenn ich an den Herbst denke. Herbst, Dunkelheit, schlechtes Wetter, Fenster schließen, Bunkergefühl, Lagerkoller, laute Nachbarn – ich sah in den letzten Wochen ziemlich düster für die kommende Zeit und hab dem Mann gegenüber auch immer wieder erwähnt, dass ich wirklich und wahrhaftig Angst vor dem Herbst und dem Winter hätte.

Das liegt nicht unbedingt an der Tatsache, dass ich am 1.Dezember wieder (halbtags, wie vorher) anfangen werde, zu arbeiten. Nein, irgendwie freu ich mich schon wieder auf das Team, die vielen Sekretärinnen, die ich jetzt ein Jahr nicht gesehen hab und auch die seltsame Bürogemeinschaft aus verschiedensten Institutionen, die wir aufgrund der Raumsituation der Uni seit einiger Zeit haben. Außerdem wird sich die unsichere Jobsituation für mich nach 6,5 Jahren endlich verbessern! Ich soll wirklich und wahrhaftig entfristet werden! Das motiviert mich schon sehr, wenn ich schon mein Babymädchen viel weniger sehen werde, als in den dann vergangenen 12 Monaten. Das bereitet mir dann schon Bauchschmerzen.

Das, was das Angstgefühl aber am meisten auslöst, ist die Erinnerung an den letzten Winter. Natürlich wurde da das wundervollste Babymädchen von allen geboren und auch die Erinnerung an die wirklich heftige Geburt ist inzwischen – Hormone sei Dank – in rosa Flauschwolken verblasst. Aber die Erinnerung an den postnatalen hormonelle Ausnahmezustand, das wochenlange Rumgeheule fast rund um die Uhr, das permanente diffuse Angstgefühl und die sowas-wie-Wochenbett-Depression noch 5 Monate nach der Geburt ist noch so präsent, dass mir vor den langen, dunklen Tagen, dem fehlenden Sonnenlicht und geschlossenen Räumen Angst und Bange wird.

Zum Glück weiß ich inzwischen, dass diese Gefühle keinen wirklichen Anlass haben. Hormone sind mächtiger, als ich mir vor der Geburt vorstellen wollte. Und leider nicht so einfach in den Griff zu bekommen (ohne mehr oder weniger starke Medikamente). Aber ich weiß, wie ich die dunklen Phasen überwinden kann. Und, dass mir z.B. die Spaziergänge mit meinen wunderbaren Mit-Müttern, die ich in den letzten Monaten und schon in der Schwangerschaft kennenlernen durfte, sehr dabei helfen. Die Gespräche, die “oh, genau das kenn ich auch!”-Momente, zu wissen, dass ich nicht allein bin mit Zweifeln und Ängsten und einfach die schöne Zeit, die wir haben. Danke Euch.

Pizza-Muffins

Es gibt so Tage, an denen MUSS ich backen. Weil die Cookies alle sind. Und die Bananen überreif. Und kein Frühstück für morgen in Sicht. Und seit wann ist die Sojamilch eigentlich schon offen? So kamen wir heute in den Genuss eines frischen Bananenbrots (okay, “werden… kommen” müsste es richtig heißen, denn irgendwie wurde es doch erst zu spät fertig und dafür muss jetzt der eigentlich geplante Zwiebelkuchen weichen) und weil dann immer noch Sojamilch übrig war, ich aber nicht zweierlei Süßes backen wollte, hab ich mit Pizza-Muffins experimentiert.

Als Grundrezept hab ich mein (immer mehr) nonplusultra Rezept für vegane Muffins genommen und einfach mal ausprobiert, was passiert, wenn man Zucker und Beeren weglässt und stattdessen pizzamäßige Zutaten dazu gibt. Und siehe da, das geht hervorragen (wenn es auch in unserem Fall nicht mehr vegan ist). Und wie es immer so ist, wenn man mit einem Rest von irgendwas anfängt und dann ein Rezept anpassen muss, die Zutatenmengen sind ein bisschen nach Gefühl.

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Rezept für 12 Pizza-Muffins

  • 230g Mehl
  • 20g Speisestärke
  • 3/4 Pck Backpulver
  • 1 TL Salz
  • 75ml Rapsöl
  • 300ml Sojadrink
  • 2 gehäufte EL Tomatenmark
  • 1 EL getr. Oregano, 1 EL getr. Basilikum und 1 TL getr. Rosmarin (oder einfach 2 EL Pizzagewürz)
  • 1/2 TL Pfeffer
  • nach Belieben Knoblauch- und/oder Zwiebelpulver (oder 1 Zehe frischen Knoblauch gepresst)
  • das hier waren meine Pizzazutaten: eingelegte Tomatenpaprika in Stückchen, ca. 40g Reibekäse, ca. 40g zerbröckelter Feta.
    Andere Möglichkeiten wären Mais, Pepperoni, Champignons, getrocknete Tomaten, veganer Käse, Veggie-Salami…

Ofen auf 180 Grad vorheizen.
Mehl, Speisestärke, Backpulver, Salz und Gewürze vermischen. Öl, Sojadrink verquirlen, Tomatenmark unterrühren, zu den trockenen Zutaten geben. Alles gut mit dem Schneebesen verrühren. Käse und Paprika unterrühren.
Muffinblech mit 12 Papierförmchen auslegen. Teig gleichmäßig verteilen und etwa 25min backen.

(Nicht ärgern, wenn die Muffins an den Papierförmchen haften. Dafür hab ich noch keine Lösung gefunden. Deshalb sind die Papierförmchen auch ziemlich unerlässlich bei Pizzamuffins Zwinkerndes Smiley)

Brief 8 Monate zurück an mein Ich im Babyblues

Liebes jüngeres Ich,

Du hast vor ein paar Tagen ein wunderbares Mädchen auf die Welt gebracht und trotzdem weinst Du fast den ganzen Tag und hast das Gefühl, Dich gar nicht richtig freuen zu können. Das macht Dir natürlich noch größere Angst, das Gespenst der Wochenbettdepression fliegt über Dir und von allen Seiten hörst Du nur, dass das die schönste Zeit überhaupt gerade sei und Du das genießen müssest.

Mach Dir keine Sorgen! Du wirst dieses zauberhafte Mädchen schon bald so sehr lieben, wie Du es nicht für möglich gehalten hast. Sie ist so pflegeleicht, wie Du es nicht zu wünschen gewagt hast und hat das bezauberndste und freundlichste Wesen, das Du jemals erlebt hast. Außerdem hat sie bis weit in den 9. Monat noch keinerlei Erkrankung durchmachen müssen, ist robust, pumperl gesund, super entwickelt und gedeiht täglich mehr. Und dieses Lachen!

Aus meiner Erfahrung heraus kann ich Dir folgende Ratschläge geben:

  • Frag Deine Hebamme! Wann immer Du irgendwelche Fragen, Zweifel oder Sorgen hast, frag Deine Hebamme! Nichts ist so beruhigend.
  • Don’t fucking google it! Was auch immer: Ernährungstipps, Ernährungsverbote, Symptome, Supermütterratschläge… NEIN! Im Zweifelsfall immer die Hebamme fragen. Eine Frage – eine Antwort. Keine fünf.
  • Der Online-Clan ist nicht zu unterschätzen. Mach Dir kein schlechtes Gewissen, wenn das iPhone (d)ein wichtigstes Utensil wird. Du wirst so schnell positive Reaktionen auf ein ausgeschüttetes Herz bekommen, das ist unbezahlbar.
  • Trau Dich, “nein” zu sagen. Niemand hat einen Anspruch auf Besuchszeit, wenn Du das grad nicht willst. Aber es tut Dir gut, abgelenkt zu sein.
  • Mach Dir keinen Kopf wegen des Lieblingsmanns. Er nimmt Dich in den Arm und trocknet Deine Tränen, wann immer sie Dich mal wieder überwältigen. Auch wenn Du Dich gerade wie eine riesen Belastung fühlst: er liebt Dich. Und das tut er auch in 8 Monaten noch. Ihr seid jetzt Eltern. Das ist härter, als Ihr Euch das gedacht habt, es verlangt Euch mehr Arbeit und Kooperation ab, Ihr verliert Euch manchmal als Paar aus den Augen, aber es schweißt unglaublich zusammen und Ihr arbeitet konstant daran. Ihr seid jetzt Eltern. Das ist schöner, als Ihr Euch das gedacht habt. Das ist Euch immer bewusst und gerade deshalb arbeitet Ihr an Euch, auch wenn es manchmal noch zusätzlich anstrengend ist. Aber Ihr liebt Euch. Und Euer Mädchen. Und das ist alles wert.
  • Ja, sie nimmt anfangs nicht so zu, wie sich der Doc das wünscht. Ja, vielleicht lässt er sich nicht ausreden, dass Du abpumpen, Kalorienpulver beimischen und mit dem Fläschchen füttern sollst. Aber sie ist eben ein Spargel, den ganzen Tag aktiv und so wird man nicht dick. Und die Abpump-Phase geht auch vorbei. (Kauf Dir aber gleich nen Vaporisator und versuch gar nicht erst, immer alles im Topf auszukochen.)
  • Wenn die Verzweiflung deswegen größer wird: frag Deine Hebamme!
  • Das Stillen klappt übrigens noch heute super! Mach einfach weiter, so oft Ihr beide wollt.
  • Auch wenn Du gerade noch deswegen in Tränen ausgebrochen bist: Eine gesprengte Windel, während deren Wechsel das Baby strullert und pupst bringt Dich in wenigen Wochen wirklich zum Lachen.
  • Mach Dir keine Sorgen, was in einigen Monaten sein wird. Wenn Du Dich jetzt fragst, wie um alles in der Welt das im Sommer mit dem Kinderwagen klappen soll, wenn Du die Kleine nicht mehr in der Schale runterträgst, dann den Kinderwagen aus dem Keller hochwuchtest, die Schale einsetzt und dann losfährst. Keine Angst. Im Sommer nimmst Du die Kleine auf den Arm, ziehst den Kinderwagen mit der freien Hand die Treppe hoch und fährst los. Du wirst stark, das wirst Du schon bald merken.
  • Überleg nicht lange, ob Du den Bondolino kaufen sollst. Ihr liebt ihn. Alle drei.
  • Auch wenn es Dir schwer fällt: hab nicht immer ein schlechtes Gewissen wegen allem und Jedem. Du bist jetzt Mutter. Das hat erst mal Vorrang. Und entweder es wird verstanden.
  • Wein Deinem alten Leben nicht hinterher. Dein neues ist viel toller! Und Teile des alten kommen auch nach und nach wieder.
  • Was ist schon ein durchzechter Abend oder eine durchgemachte Nacht gegen drei Folgen “Doctor Who” und ne Nudelsuppe gemeinsam auf der Couch?
  • Immer einen Schritt nach dem anderen machen. Auch wenn das Babymädchen selber eher alles überstürzt, mach wenigstens Du langsam und sorge dich nicht, was mal sein könnte. Es kommt dann eh anders ;-)
  • Mach Dir keinen Kopf, wenn Du keine Lust auf Pekip- oder sonstige Fördergruppen hast. In wenigen Monaten wird sich herausstellen, dass das Babymädchen in seiner Entwicklung motorisch anderen um zwei Monate voraus ist. Das macht Dich einerseits stolz, andererseits Sorgen, weil Ihr so noch schneller alles krabbel- und laufsicher machen müsst. Und wieder: nicht so weit in die Zukunft denken! Es kommt, wie es kommt, und vor allem wann.
  • Auch wenn Du anfangs meinst, kein Bauchgefühl im Hinblick auf Ernährung zu haben: das kommt. Weil sie Dir zeigen wird, was sie mag und braucht. Und trau ihr ruhig einiges zu, sie is(s)t sehr geschickt, was selbstständiges Essen angeht.
  • Stress Dich nicht so sehr wegen der Katzen. So stresst Du auch sie noch mehr und das wird letztendlich ein Teufelskreis. Du willst, dass das wunderbare Mädchen mit Katzen aufwächst. Dann lass ihnen auch ihren gewohnten Lebensraum, ihre Streicheleinheiten und grenz sie nicht zu sehr aus. (Und kauf einen Monatsvorrat an Catitude…)
  • Versuch auch gar nicht erst, jedes einzelne Katzenhaar vom Babymädchen fern zu halten. Macht nur Stress. Und wieder: Deine Hebamme wird Dich beruhigen.
  • Schau nicht ständig, was andere (Online-)Mütter besser machen. Du wirst schnell feststellen, dass RL-Mütter Dich auch für Dinge bewundern, die Du angeblich besser machst. Und dann werdet Ihr gemeinsam feststellen, dass jede das Richtige für ihr Baby macht. Und dass Ihr gute Mütter seid, die besten für Euer Baby.
  • Ja, das wirst Du sein: eine gute Mutter. Und sie liebt Dich.

  • Ach, und schneid Dir gleich die Haare ab und versuch nicht erst, es wieder mit nem Pony zu retten. Ende Mai wagst Du dann doch den großen Schnitt und bist glücklich wie lange nicht mehr (mit Deinen Haaren). Und siehst super aus.
  • Und fang schon mal an, Dich mit Deinem Körper anzufreunden. Du willst Deinem kleinen Mädchen ja ein gutes und selbstbewusstes Körpergefühl vorleben. Komplexe sind was für 20jährige, Kurven sind was für Frauen.

Vegane Apfel-Bretzel-Nüssli-Ausmist-Cookies (Rezept)

Seit einigen Tagen schon juckt mich mein Backfinger ganz enorm. Kann es sein, dass schon eine Woche vergangen ist, in der ich kein Bananenbrot, keine veganen Muffins oder ähnliches gebacken habe? Pizzabaguettes, ja, aber das zählt irgendwie nicht. Backen ist für mich süß, ist Entspannung, Yoga, Auszeit – und am Ende kommt sogar noch was hoffentlich Tolles bei raus, was mich auch die nächsten Tage zwischendurch glücklich macht. Ich bin nämlich kein Wochentagfrühstücker. Am Wochenende sehr gern, mit Baked Beans, frischen Laugenbrezen, Eiern, Brötchen, viel Belag, mal Pancakes, mal armen Rittern, was auch immer, eher groß und anstellevonmittagessen. Aber unter der Woche muss ich duschen, während das Babymädchen vielleicht kurz schläft, der Mann meist außer Haus ist, das Tagwerk drängt, da ist nicht genug Entspannung für ein schönes Frühstück. Kaffee ja, in letzter Zeit auch immer wieder ein schnelles Müsli mit Banane – aber am allerliebsten hab ich dann etwas Selbstgebackenes, schnell auf die Hand und trotzdem kein Fastfood weil ja in Handarbeit liebevoll zubereitet. Nur eben am Tag davor. Z.B. Bananenbrot oder Cookies.

“Glück ist eine gefüllte Cookies-Dose”

An Cookies mag ich besonders, dass sie eine Art süßer Resteauflauf in kleinen handlichen Portionen sein können. Noch ein paar Walnüsse vom Bananenbrot übrig? Rein damit. Keiner mag die bittere Schokolade pur essen? Hacken, rein damit. Noch ein paar Haferflocken oder einige Löffel Vollkornmehl? Kein Problem! Cookies sind in der Regel recht gnädig, wenn man sich grob an ein Grundrezept hält. Oder man hat Glück und findet ein schräges Rezept, das einerseits zu den momentanen Gelüsten passt (ich wollte was mit Apfel) und andererseits einige der eh schon länger überfälligen (trockenen) Vorräte dezimiert. Jackpot!

So kam ich heute in den (zugegeben anfangs etwas fragwürdigen) Genuss von Erdnuss-Apfel-Bretzel-Talern (natürlich wieder aus dem tollen veganen Cookies Backbuch, das ich schon hier und hier erwähnte)

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Ich hatte noch irgendwo ganz unten im Backzutatenkorb getrocknete Apfelringe, die zwar schon etwas älter, jedoch noch weich und aromatisch waren. Außerdem mag hier irgendwie keiner die paar vor Monaten übrig gebliebenen Salzbrezeln und was ich mit den 2 Tüten ungesalzenen Erdnüssen vorhatte… nunja, jetzt sind sie eine spannende Vereinigung eingegangen. Durchaus lecker, frisch nach dem Backen knusprig aber auch irgendwie klebrig. Ich bin gespannt, wie sie morgen sind.
(Ich hab das Rezept halbiert, da ich nur noch eine halbe Tasse Apfelringe hatte. Daher die etwas schwammigen Mengenangaben mit “knapp” und “gehäuft” Zwinkerndes Smiley Aber wie ich schon sagte: wenn ich was durch amerikanische Rezepte gelernt hab, dann, dass man nicht so dogmatisch an Grammangaben hängen muss. Meistens. Wenn die Hälfte von 3/4 Tasse irgendwas weniger als 1/2 Tasse ist, dann passt das schon. Meistens Zwinkerndes Smiley)

Erdnuss-Apfel-Bretzel-Taler-Haufen

für 15-20 sowas-wie-Cookies

  • 1 gehäufte Tasse kleingebrochene Salzbrezeln
  • 1/2 Tasse geröstete Erdnüsse (ich glaub, die hätten ruhig gesalzen sein können, wenn z.B. welche von der letzten Party übrig sind – und wenn man salzig-süßes Gebäck mag!)
  • 1/2 gehäufte Tasse getrocknete Apfelringe, klein geschnitten
  • 1 knappe Tasse Weizenmehl
  • 1/4 TL Backpulver
  • 1/4 TL Natron
  • 1/4 TL Zimt
  • 1/4 TL Salz (wenn man ohnehin schon gesalzene Nüssli nimmt würd ich das hier weglassen)
  • 1/4 Tasse Sojamilch
  • 1 EL gemahlene Leinsaat (ich hatte nur geschrotete, die ich im Mörser kräftig bearbeitet hab)
  • 1/4 Tasse Rapsöl
  • 1/2 Tasse und etwas mehr brauner Zucker (eigentlich 2/3 Tasse, ich bin aber immer etwas sparsam mit Zucker)
  • 1 TL Bourbonvanille

Backofen auf 180° vorheizen.
Mehl, Backpulver, Natron, Zimt und Salz in eine Schüssel sieben und mischen. Sojamilch mit Leinsaat verquirlen, dann Zucker, Öl und Vanille zufügen und mit dem Handrührgerät kräftig rühren, bis der Zucker sich gelöst hat und die Masse zähflüssig geworden ist. Mehlmischung zugeben und locker unterrühren, nur bis alles angefeuchtet ist (mit ausgeschaltetem Handrührgerät oder Kochlöffel). Brezel-Nuss-Apfelmischung unterrühren.
Je einen gut gehäuften TL auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben, dabei zwischen den Haufen etwas Abstand lassen. Etwa 15min backen, bis die Ränder leicht gebräunt sind. Auf einem Abkühlgitter auskühlen lassen.

Und auch hier gilt: erlaubt ist, was schmeckt. Ich könnte mir z.B. anstelle einiger Brezeln (oder zusätzlich) gehackte, bittere Schokolade vorstellen. Oder gleich schokolierte Brezeln bzw. Salzstangen nehmen, falls welche zufällig rumliegen. Okay, das ist unrealistisch, das geb ich zu.