Vegane Apfel-Bretzel-Nüssli-Ausmist-Cookies (Rezept)

Seit einigen Tagen schon juckt mich mein Backfinger ganz enorm. Kann es sein, dass schon eine Woche vergangen ist, in der ich kein Bananenbrot, keine veganen Muffins oder ähnliches gebacken habe? Pizzabaguettes, ja, aber das zählt irgendwie nicht. Backen ist für mich süß, ist Entspannung, Yoga, Auszeit – und am Ende kommt sogar noch was hoffentlich Tolles bei raus, was mich auch die nächsten Tage zwischendurch glücklich macht. Ich bin nämlich kein Wochentagfrühstücker. Am Wochenende sehr gern, mit Baked Beans, frischen Laugenbrezen, Eiern, Brötchen, viel Belag, mal Pancakes, mal armen Rittern, was auch immer, eher groß und anstellevonmittagessen. Aber unter der Woche muss ich duschen, während das Babymädchen vielleicht kurz schläft, der Mann meist außer Haus ist, das Tagwerk drängt, da ist nicht genug Entspannung für ein schönes Frühstück. Kaffee ja, in letzter Zeit auch immer wieder ein schnelles Müsli mit Banane – aber am allerliebsten hab ich dann etwas Selbstgebackenes, schnell auf die Hand und trotzdem kein Fastfood weil ja in Handarbeit liebevoll zubereitet. Nur eben am Tag davor. Z.B. Bananenbrot oder Cookies.

“Glück ist eine gefüllte Cookies-Dose”

An Cookies mag ich besonders, dass sie eine Art süßer Resteauflauf in kleinen handlichen Portionen sein können. Noch ein paar Walnüsse vom Bananenbrot übrig? Rein damit. Keiner mag die bittere Schokolade pur essen? Hacken, rein damit. Noch ein paar Haferflocken oder einige Löffel Vollkornmehl? Kein Problem! Cookies sind in der Regel recht gnädig, wenn man sich grob an ein Grundrezept hält. Oder man hat Glück und findet ein schräges Rezept, das einerseits zu den momentanen Gelüsten passt (ich wollte was mit Apfel) und andererseits einige der eh schon länger überfälligen (trockenen) Vorräte dezimiert. Jackpot!

So kam ich heute in den (zugegeben anfangs etwas fragwürdigen) Genuss von Erdnuss-Apfel-Bretzel-Talern (natürlich wieder aus dem tollen veganen Cookies Backbuch, das ich schon hier und hier erwähnte)

Foto 31.07.14 15 30 37

Ich hatte noch irgendwo ganz unten im Backzutatenkorb getrocknete Apfelringe, die zwar schon etwas älter, jedoch noch weich und aromatisch waren. Außerdem mag hier irgendwie keiner die paar vor Monaten übrig gebliebenen Salzbrezeln und was ich mit den 2 Tüten ungesalzenen Erdnüssen vorhatte… nunja, jetzt sind sie eine spannende Vereinigung eingegangen. Durchaus lecker, frisch nach dem Backen knusprig aber auch irgendwie klebrig. Ich bin gespannt, wie sie morgen sind.
(Ich hab das Rezept halbiert, da ich nur noch eine halbe Tasse Apfelringe hatte. Daher die etwas schwammigen Mengenangaben mit “knapp” und “gehäuft” Zwinkerndes Smiley Aber wie ich schon sagte: wenn ich was durch amerikanische Rezepte gelernt hab, dann, dass man nicht so dogmatisch an Grammangaben hängen muss. Meistens. Wenn die Hälfte von 3/4 Tasse irgendwas weniger als 1/2 Tasse ist, dann passt das schon. Meistens Zwinkerndes Smiley)

Erdnuss-Apfel-Bretzel-Taler-Haufen

für 15-20 sowas-wie-Cookies

  • 1 gehäufte Tasse kleingebrochene Salzbrezeln
  • 1/2 Tasse geröstete Erdnüsse (ich glaub, die hätten ruhig gesalzen sein können, wenn z.B. welche von der letzten Party übrig sind – und wenn man salzig-süßes Gebäck mag!)
  • 1/2 gehäufte Tasse getrocknete Apfelringe, klein geschnitten
  • 1 knappe Tasse Weizenmehl
  • 1/4 TL Backpulver
  • 1/4 TL Natron
  • 1/4 TL Zimt
  • 1/4 TL Salz (wenn man ohnehin schon gesalzene Nüssli nimmt würd ich das hier weglassen)
  • 1/4 Tasse Sojamilch
  • 1 EL gemahlene Leinsaat (ich hatte nur geschrotete, die ich im Mörser kräftig bearbeitet hab)
  • 1/4 Tasse Rapsöl
  • 1/2 Tasse und etwas mehr brauner Zucker (eigentlich 2/3 Tasse, ich bin aber immer etwas sparsam mit Zucker)
  • 1 TL Bourbonvanille

Backofen auf 180° vorheizen.
Mehl, Backpulver, Natron, Zimt und Salz in eine Schüssel sieben und mischen. Sojamilch mit Leinsaat verquirlen, dann Zucker, Öl und Vanille zufügen und mit dem Handrührgerät kräftig rühren, bis der Zucker sich gelöst hat und die Masse zähflüssig geworden ist. Mehlmischung zugeben und locker unterrühren, nur bis alles angefeuchtet ist (mit ausgeschaltetem Handrührgerät oder Kochlöffel). Brezel-Nuss-Apfelmischung unterrühren.
Je einen gut gehäuften TL auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben, dabei zwischen den Haufen etwas Abstand lassen. Etwa 15min backen, bis die Ränder leicht gebräunt sind. Auf einem Abkühlgitter auskühlen lassen.

Und auch hier gilt: erlaubt ist, was schmeckt. Ich könnte mir z.B. anstelle einiger Brezeln (oder zusätzlich) gehackte, bittere Schokolade vorstellen. Oder gleich schokolierte Brezeln bzw. Salzstangen nehmen, falls welche zufällig rumliegen. Okay, das ist unrealistisch, das geb ich zu.

Zweidrittel Geburtstag

Apropos 8 Monate, es sind also nur noch 4 Monate bis zum 1. Geburtstag der Bezaubernden Fini! Nein, das ist nicht noch lange hin und achdarübermachichmirnochkeineGedanken, weil wenn man viel Familie hat und jeder natürlich gern was schenken will, dann ist es nur clever, eine gewisse Vorauswahl zu treffen von schönen Dingen, die wir brauchen, wollen oder gerne hätten.

Für individuelle Babykleidung führt ja fast kein Weg an Selbstgenähtem vorbei (wie man ja hier immer wieder sieht). Okay, auch Premium-VIP-Highclass-Marken-Babyklamotten sieht man nicht unbedingt häufig auf dem Spielplatz – aber einzigartig ist und bleibt einfach Handmade, bei Kleidung, Spielzeug und Accessoires. Deshalb zeig ich Euch hier ein paar wunderschöne Sachen, die ich u.a. auf meiner Babywunschliste habe. Falls der eine oder die andere noch was (für das bezaubernde Babymädchen oder ein anderes Baby) sucht Zwinkerndes Smiley

Ideen für den 1. Geburtstag des Babymädchens – oder für einfach zwischendurch Zwinkerndes Smiley (die für uns passende Größe gibt’s auf Anfrage)

Herzallerliebstes Wollwalkkleid mit passender Wollwalkjacke

Quelle: Lariletti, Dawanda

Erstes eigenes Kindergeschirr. Bruchsicher und mit Füxen. Natürlich Füxe, sind ja die neuen Eulen (und was sagt der Fux?)

Quelle: die kleine Designerei, Dawanda

Eine Geburtstagskranzraupe, reicht bis zum 7. Geburtstag.

Quelle: Schaf & Co, Dawanda

Für die zukünftige Rock ’n’ Rollerin eine Gitarrenrassel (oder Rasselgitarre?)

Quelle: Stoffbienchen, Dawanda

Und echt ma: geht’s putziger? (ich hab ja ne absolute Hai-Phobie, aber so nen Hai würd ich busseln!)

Quelle: Schnuffelinis, Dawanda

Und das find ich ja ganz toll! Ein Knautschfotoalbum zum immer dabei haben der liebsten Fotos. Wenn Omas und Opas mal länger nicht da sind.

Quelle: Handg’macht ;- ), Dawanda

Ich hoffe, ich konnte Euch damit ein bisschen inspirieren Smiley 

Dieser Blogpost wurde gesponsort von Dawanda.

8 Monate…

ist das Babymädchen heute. Hui wie die Zeit achihrwisstschonichwiederholmichjaimmernur. Beim Babymädchen vergeht sie aber noch ein bisschen schneller, theoretisch, weil sie mit ihrer motorischen Entwicklung mal locker 2 Monate schneller dran ist als Baby Normalverbraucher.

Foto 07.07.14 18 44 34

Das meinte zumindest die Krankengymnastin, bei der wir neulich noch mal waren um die Entwicklung des Sichelfuß’ gebührend betrachten zu lassen. Kurzfassung: alles toll, wow ist die schon weit, ach DAS kann sie auch schon, na prost Mahlzeit, mit der werden Sie noch Ihren Spaß haben. Also alles eitel Sonnenschein, ach eins noch, lassen Sie sie doch etwas häufiger krabbeln, für die Motorik und die seitliche Muskulatur und, damit sie später mal tanzen kann (Weisheit vom “holländischen Quaksalber”). Okay.

Okay…

okay.

hm…

Wie lässt man ein Baby krabbeln, das den ganzen Tag (und ich meine damit jede wache Minute, die sie nicht grad im Kinderwagen festgegurtet oder auf dem Arm festgeschmust ist) steht?! Einfach, man nimmt sie aus dem Babygehege Laufstall, setzt sie ins Wohnzimmer, wird sämtlicher Gefahren gewahr, die man eigentlich schon als ausgemerzt erachtete, und neuer, die wo auch immer herkommen, sowie der vielen Katzenhaare, DER KATZENHAARE!!!, und sagt “los, krabbel!” Und siehe da, das Baby kann auch krabbeln, wunderschöne Bewegungen, linker Arm patsch! vor, rechter Arm patsch! vor, die Knie auch mehr oder weniger gegengesetzt hinterher, zielstrebig voran zum… Babygehege Laufstall, an dem sie sich von außen hochzieht und – steht. Oder zum Tisch, an dem sie sich hochzieht und – steht. Oder zum Sessel, Sofa, Mamaknie, Papaknie, es ist zum Mäusemelken! Wie war noch mal die Nummer von diesem Sisyphos?!

Miss F. hat einfach meine Un-Geduld geerbt. Wenn sie etwas mehr oder weniger kann, so wie Krabbeln, dann reicht das und jetzt kommt bitte der nächste Schritt (ja, im wahrsten Sinn). Meine Tochter :-)

Foto 06.07.14 16 06 02

 

Was war sonst noch (neu) im 8. Monat?!

  • 2 Zähne! Sollte ich tatsächlich vergessen haben, das zu erwähnen? Ja, zwei Zähne spitzen seit letzter Woche raus. Den ersten haben wir kurz vor dem Durchbruch überhaupt erst bemerkt, drei Tage später war er spürbar. Das Babymädchen hat den einfach gerockt ohne großes Drama, kein Durchfall, Fieber, Schreinächte, Sabbern, tapfere kleine Hexe. Aber der zweite… auch bald sichtbar, dauerte aber locker noch ne Woche bis die Spitzen spürbar waren. Und auch seitdem kehrt nicht wirklich Ruhe ein, vielleicht kommt ja noch einer?!

Foto 08.07.14 13 52 37

  • Durchschlafen ist deshalb auch nicht grad wirklich Thema bei uns. Wer wieder 3x pro Nacht an die Brust will, kann ja auch nicht sehr viel schlafen. Und wer tagsüber viel schläft, muss nachts nicht mehr so viel. Und wer tagsüber schon nicht schlafen mag, mag das nachts auch nicht unbedingt. 5 Uhr ist ja auch ne gute Zeit, um der Mama mal mit Schmackes den Dickkopf ins Gesicht zu zimmern.
  • Übermüdete Eltern? Ja, jetzt können wir mitreden. Hat ja lang gedauert, deshalb ist es weiterhin Jammern auf hohem Niveau. Wir sind es nur nicht gewohnt, dass die Schönste verhältnismäßig viel quengelt. Wenn sie nicht grad hammermäßig gut gelaunt ist, Grimassen schneidet und durch die Nase “faucht”
  • Erwähnte ich schon, dass sie verdammt gut stehen kann?
  • Immer mehr Haare. Und immer hellere Haare. Ich tippe auf dunkelblond, aber mit schönem Schimmer und perfekt passend zu ihrem warmen Teint.
  • Die Augenfarbe ist irgendwie immer noch nicht eindeutig. Kühles grau-braun mit blaustichigem Rand? Ein bisschen Hämatit.
  • Sie krallt sich leider grad recht gern in sämtliche erreichbare Kopföffnungen. Ohren, Mund, Nase-Auge kombiniert (yeah…) und weiterhin gern in die Haare. Das sollten wir wenn möglich etwas eindämmen. Ich hab schon wieder nen blutigen Kratzer auf der Nase…
  • Es ist alles eine Phase.
  • Noch mehr Liebe als je für möglich gehalten.

Muttergefühle–eine Entschuldigung

Es mag komisch klingen, aber eins meiner vorherrschenden Gefühle, seit ich Mutter bin, ist das schlechte Gewissen.* Vielleicht Ganz sicher liegt das an meiner hohen Empathie allem und jedem gegenüber und meine Fähigkeit, mich in die Gefühlswelt meines Gegenüber hineinzuversetzen. Oder das zumindest zu glauben.

Begonnen hat das gleich nach der Geburt mit den Katzen. Man mag davon halten, was man will, aber sie waren jahrelang ein sehr wichtiger Teil meines – unseres – Lebens und ja, ich hab sie sicherlich ein Stück weit vermenschlicht und sehr verwöhnt. Mit dem Einzug des Babymädchens haben sich meine Gefühle komplett verändert, ohne, dass ich das gewollt hätte und auch ohne, dass ich das beeinflussen hätte können, Hormone sei Dank. Ich sah sie als haarige Gefahr, als Störfaktor und habe sie fast den ganzen Tag nur angemotzt, weil sie genau jetzt kuscheln wollten wo sie doch hätten sehen müssen, dass mir das grad überhaupt nicht passt. Und auch wenn ich mich dafür schäme habe ich nicht selten an eine Abgabe der Katzen gedacht. Die Konsequenzen waren (eingebildete) vorwurfsvolle Blicke bei den Katzen, eine sehr gestresste, nicht genug geschmuste kleine graue Katze die immer öfter wild pieselt oder Dinge markiert, eine sehr fordernde und motzende Pepper, ein sicherlich nicht selten sehr genervter Mann (von mir und der pieselnden Katze), viele Tränen und ein schlechtes Gewissen bei mir. Inzwischen hab ich mich (und meine Hormone) zumindest soweit im Griff, dass mir klar ist, dass wir den Teufelskreis aus Pieseln, Anmotzen, Fordern, Genervt sein, Pieseln selbst heraufbeschworen haben weil wir (sicher eine Folge der Vermenschlichung) erwartet haben, die Katzen würden schon merken, dass sie jetzt zurückstecken müssten. Tun sie aber nicht, im Gegenteil ist es unsere Aufgabe, ihnen weiterhin ein Gefühl der Sicherheit zu geben, dass sie hier zuhause und willkommen sind, ihre Futter, ihren Schlaf, ihre Verstecke und ihre Schmuseeinheiten bekommen. Zwar nicht jederzeit – aber hey, ich leide zwar unter Stilldemenz, aber ich bin mir sicher, dass sie mich vor dem Baby auch manchmal zwangsbeschmust haben und ich sie wegschickte, wenn es mir nicht gepasst hat… und gepieselt hat Ginger vorher auch. Wenn sich der Hormonschleier erst mal lichtet, wird alles langsam besser.

Doch die Katzen sind erst der Anfang. Mit Ende des Wochenbetts, der Eingewöhungsphase, des anfänglichen Beschnupperns, also quasi der Schonzeit, macht die hormongeschwängerte, hochemotionale Jungmutter zig Baustellen aus, an denen das schlechte Gewissen lauert:

  • Da wären zum einen die Großeltern und Urgroßeltern, die verständlicherweise jeden Entwicklungsschritt begleiten wollen. Da gibt es bei uns zum einen die, die recht nah wohnen und infolgedessen quasi naturgemäß viel mehr Zeit abbekommen, aber (von mir) gefühlt immer noch zu wenig. Dann die, die nicht so laut Zeit und Besuche einfordern, die wir aber in der Stadt ohnehin ein bis mehrmals die Woche im Vorbeigehen kurz sehen, und die, die leider weiter weg wohnen, deshalb recht wenig “live” mitbekommen und von mir mehr oder weniger regelmäßig mit Fotos und Videos versorgt werden (aber – meiner Meinung nach – immer zu wenig und ZACK! schlechtes Gewissen). Häufigere Fahrten nach Hessen sind logistisch und finanziell leider grad nicht drin, Besuche bei uns aus beruflichen und privaten Gründen auch nur selten. 
  • Dann sind da Onkel und Tanten des Babys und das gleiche Problem wie oben.
  • Die neuen Freundinnen, die auch Mütter sind mit Kindern im gleichen Alter, mit denen man natürlich so viel gemeinsam hat und mit denen man am Anfang aufgrund der räumlichen Nähe sehr viel unternimmt, oft spazieren und mal frühstücken geht, große Pläne schmiedet (regelmäßig was machen, mal Kino, weggehen, hach!) mit denen man aber leider auch Alltagspflichten, Haushalt, Kindertermine und Heimaturlaube gemeinsam hat und die man deshalb, obwohl die Sehnsucht (und das schlechte Gewissen bei erneuter Absage) wohl auf beiden Seiten ähnlich groß ist, inzwischen viel zu selten mehr sieht.
  • Dann wären da noch die Freundinnen von früher, die inzwischen selber (etwas ältere) Kinder haben und mit denen man eine gemeinsame Vergangenheit teilt. Die man gern öfter sehen würde, hören, wie das so ist mit ner 2jährigen, wie das ist mit Arbeiten oder im beneidenswerten zweiten Jahr Elternzeit ohne Arbeit… die aber leider schier unerreichbar weit weg wohnen, weil 40 bzw. 70km einfach für ein Frühstück oder Kaffee und Kuchen zu weit (und aktuell zu teuer) sind und man bzw. ICH beim Babymädchen schon wieder (oder immer noch) nicht genau sagen kann, wann sie wie lange schlafen wird und wie sie dann drauf ist. Vielleicht liegt’s an mir, meiner Unsicherheit, meiner Überbehütung. Auf jeden Fall kosten mich diese Treffen leider mehr Kraft, Zeit und Geld, als ich gerade zu investieren fähig bin.
  • Die Freundinnen, die (noch) keine Kinder haben, haben noch schlechtere Karten. Außerdem vermute ich bei denen, dass sie mich schon abgeschrieben haben. Was ich ihnen nicht übel nehmen kann – ohne Kind hätte ich auch nie abschätzen können, wie schnell ein Tag mit Wäsche waschen, Essen machen, nicht zum Essen kommen, wickeln, stillen, einkaufen und füttern vergeht.
  • Dann ist da natürlich das Baby, demgegenüber ich immer dann ein schlechtes Gewissen habe, wenn es einfach irgendwo “abgelegt” wird, sei es auf der Krabbeldecke oder im Laufstall, wo es dann minutenlang friedlich vor sich hin spielt und rollt und erzählt und lacht, weil es ein sehr glückliches, ausgeglichenes und autonomes Baby ist. Aber trotzdem habe ich dann ein schlechtes Gewissen wenn ich mich anderweitig beschäftige oder einfach nur mal ins Narrenkastl schaue, weil “DAS” hat es nicht verdient, dass ich mich nicht 24/7 mit ihm beschäftige. Jaja, ich weiß. Eigentlich.
  • Oh, dann wäre da ja auch noch der Mann, der mich nicht nur als Mutter sondern auch als Freundin, Frau, Partnerin, Ebenbürtige wahrnehmen soll. Auch das kostet Zeit und vor allem Kraft und Aufwand und am Ende sitz ich doch nur ungeschminkt in Jogginghose und vollgespucktem Schwangerschaftsshirt da und kratz mir Möhrenbrei von der Haut. Außerdem hab ich immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich ihm die Kleine “aufdrücke”. Da er mit recht flexiblen Arbeitszeiten und halber Stelle (zum Glück) häufig daheim ist, ist Job und Freizeit nicht immer so klar abgrenzbar was es für mich extrem schwer macht, ihn mit gutem Gewissen an seine Vater”Pflichten” zu erinnern.
  • Der letzte Abschnitt kann sich eigentlich auch auf uns als Paar beziehen. Denn auch wenn man das vorher nicht wahrhaben will: so ein Kind ist ein riesen Beziehungskiller. Wenn man nicht aktiv was dagegen tut. Und das kann einem ganz schön Angst machen, wenn man das erst mal bemerkt…
  • Hm, ich hätte schwören können, mir sind bei den Überlegungen für diesen Blogpost 10 Personen/Gruppen eingefallen, denen gegenüber ich quasi permanent ein schlechtes Gewissen habe, weil ich einfach keine Zeit für sie habe und mich, wenn ich doch mal 10min babyfrei habe, einfach nicht aufraffen mag, anzurufen oder zu mailen oder auch nur ein Bild oder eine kurze Textnachricht zu schicken. Denen ich zum zigsten Mal absagen muss, auch wenn das aus triftigen Gründen geschieht. Die ich gefühlt links liegen lasse, auch wenn das nie und nimmer böse gemeint ist und ich inzwischen so ein arg schlechtes Gewissen deswegen habe, dass ich mich eigentlich nicht mal mehr traue, Kontakt aufzunehmen aus Angst, sie würden mich verstoßen, weil “jetzt brauchste auch nicht mehr anzukommen.” Ja, da gibt’s noch jemanden, den ich übel vernachlässige und dem ich eigentlich verbieten möchte, Zeit mit mir zu verbringen und Ansprüche anzustellen, weil eigentlich reichen die vorangegangenen schon für zwei Leben und woher soll ich denn verdammt noch mal die Kraft nehmen und überhaupt, jetzt fällt’s mir wieder ein: ich.

*Damit keine Missverständnisse auftreten: keine der Personen, die hier gemeint sind, hat mir bislang offen vorgeworfen, zu wenig Zeit zu haben, mich zu selten zu melden, mich ja gar nimmer zu zeigen (hohle Phrasen und Floskeln wie “Dich sieht man ja gar nimmer” ausgenommen, sowas überhör ich netterweise). Das schlechte Gewissen beruht rein auf meinem Gefühl. Danke, Empathie.

Und hier endlich das Rezept für das beste Bananenbrot ever!

Ich hätte die Blogposts des heutigen Abends einfach vorschreiben und erst in den nächsten Tagen sukzessive veröffentlichen sollen. Und nicht alles auf einmal auf den Markt werfen, das versaut das Angebot. Egal, ich komm endlich mal dazu, all das zu bloggen, was ich schon so lang bloggen will – und das, von dem ich nicht wusste, dass ich es noch nicht gebloggt hab, was aber gebloggt gehört. Wie dieses

Rezept für das beste Bananenbrot ever! Und vegan isses auch noch!

Foto 07.06.14 11 09 10

Zutaten für eine Kastenform:

  • 80g Margarine (siehe Nachtrag)
  • 90g Zucker (oder weniger, je nach Reifegrad der Bananen – siehe nochmal Nachtrag Zwinkerndes Smiley)
  • 400g Mehl (zum Teil auch gern Vollkorn)
  • 2 TL Backpulver
  • 3 Banane(n), reife, gut zerdrückt oder püriert
  • 120ml Soja – Drink
  • 1 TL Zimt (oder Vanille)
  • 1 Handvoll Walnüsse, gehackt
  • 1 Handvoll Schokolade gehackt, am liebsten dunkle (oder Schokotropfen)

Den Ofen auf 150 Grad vorheizen. Die Margarine mit dem Zucker im Wasserbad schmelzen lassen und in eine Rührschüssel geben. Zuerst das Mehl und das Backpulver einrühren, dann nach und nach alle übrigen Zutaten zugeben und am besten mit dem Handrührgerät gut verkneten. Das Ganze wird ziemlich zäh, nicht ärgern lassen und weiter durcharbeiten. Kastenform von etwa 11×28 cm Größe ausfetten (nach Geschmack mit Mandelblättchen auskleiden) den Teig hinein füllen und das Brot etwa 50 Minuten backen.

Schmeckt warm mit der Meersalzbutter vom President hervorragend! Oder mit Schokocreme. Oder pur. Manchmal ist das Brot innen noch schlonzig und hat Bananennester. Das ist nicht schlimm, nur feucht. Und lecker. Wer das nicht mag, bäckt eben paar Minuten länger.

Lecker schmeckt es auch mit Kokosraspeln an Stelle der Walnüsse. Schokolade muss nicht, erhebt es aber meiner Meinung nach erst in den Genusshimmel. Probiert es! Ihr werdet in Zukunft immer ein Paar Bananen rumliegen haben – und sie zufällig “vergessen” bis sie ganz braun sind. Huch!

Nachtrag:

Ich bin ganz baff, wie viele mein Rezept inzwischen nachgebacken haben Smiley schön, und es freut mich sehr, dass es auch so gut bei euch ankommt. Ich hab das Brot jetzt mal komplett ohne Zucker, nur mit 3,5 recht reifen Bananen gebacken. Auch ohne Nüssli, Schokolade, Salz und sonstige Extras. Damit es kinderfreundlich ist. Und siehe da: Nüssli und Schokolade fehlen mir zwar, aber wenn man das Brot eh noch mit Honig etc. isst, ist die Süße absolut ausreichen. Außerdem hab ich Rapsöl genommen. Also ein Topf weniger, da nix geschmolzen werden muss Smiley